Dienstag, 3. Januar 2012

16. Januar

Mozart KV 33 Kyrie
             KV 34 Offertorium in Festo S. Benedicti "Scande Coeli limina"

Odyssee 2, 129 - 176

Telemach erwidert in der Versammlung auf dem Marktplatz in Ithaka: Niemals werde er seine  Mutter Penelope aus ihrem Hause verjagen. Erfleht dann die Gnade der Götter, ob Zeus nicht endlich den Freiern Einhalt gebieten könne ...

Und Zeus erhört sein Bitten ...

Der allmächtige Gott schickt ein Adlerpaar, das über dem lärmenden Markt der Insel einschwebt, die Vögel zerhacken sich in der Luft Wangen und Hals mit den Klauen, wenden sich nach rechts, stürmen über die Stadt hin ...

Die Menge erstarrt.

Alitherses, des Mastors Sohn - er hatte geweissagt, Odysseus werde nach 20 Jahren heimkehren -  ergreift das Wort:

Höret mich jetzt, ihr Männer von Ithaka, was ich euch sage!
Aber vor allen gilt den Freiern meine Verkündung!
Ihre Häupter umschwebt ein schreckenvolles Verhängnis!
Denn nicht lange mehr weilt Odysseus fern von den Seinen;
Sondern er nahet sich schon und bereitet Tod und Verderben     
Diesen allen; auch droht noch vielen anderen Unheil,
Die wir Ithakas Hügel bewohnen. Lasset uns also
Sinnen auf Rat, wie wir sie mäßigen; oder sie selber
Mäßigen sich, und gleich! zu ihrer eigenen Wohlfahrt!
Euch weissagt kein Neuling, ich red' aus alter Erfahrung!
Wahrlich, das alles geht in Erfüllung, was ich ihm damals
Deutete, als die Argeier in hohlen Schiffen gen Troja
Fuhren ...





Herr erbarme Dich - das Kyrie eleison Amadés (KV 33) wäre die einzig angemessene  Antwort der Menge Ithakas auf die Zeichen des Himmels gewesen -  am 12. Juni 1766 hat Mozart es in Paris komponiert. Im Winter desselben Jahrs schreibt er auf der Rückreise von Paris nach Salzburg sein Offertorium KV 34 auf den unliturgischen Text eines Bene-diktinermönchs, Dank eines 10jährigen genialen Wunderkinds an den Abt des Kosters Seeon, Gastgeber der Mozart-Familie.





















I. Aria
Scande coeli limina,
anima sanctissima,
per lampadum luces,
quos superi duces
itineris obviam dant.

Sed quaeso?
Quid nati?
Qui iacti amore,
afflicti dolore,
hic orphani stant.



II. Coro
Cara o pignora,
protegam vos,
coeli ul patria
societ nos.

I. Aria
Steige empor zu den Pforten des Himmels,
allerheiligste Seele,
durch der Fackeln Schein,
die die himmlischen Weggefährten
dir entgegenstrecken.


Indes frage ich:
Was sind das für Kinder?
Um die Liebe betrogen,
mit Kummer geschlagen,
stehen hier Waisen.


II. Coro
O ihr Unterpfänder der Liebe,
ich will euch beschützen.
Auf daß die himmlische Heimat
uns vereine.


KV 33 




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