Dienstag, 3. Januar 2012

23. Januar

Mozart KV 50 Bastien und Bastienne

Odyssee 2, 399 - Ende

Telemach holt zusammen mit der am Schiff wartenden Crew den Proviant, sie besteigen das Schiff, auf dem Athene - unerkannt - nahe dem Steuer sitzt, werfen die Leinen los und legen ab von Ithaka.

Einen günstigen Wind gab ihnen Pallas Athene,
Frischer West kam über das rauschende, dunkle Gewässer.
Aber Telemachos trieb und ermahnte die lieben Gefährten,
Schnell an die Rüstung zu gehn. Sie folgten seinem Befehle:
Stellten den fichtenen Mast in das Loch in der Mitte des Bodens,
Richteten hoch ihn empor und banden ihn fest mit den Seilen;   
Spannten die schimmernden Segel mit stark geflochtenen Riemen.
Voll in die Segel brauste der Wind, es donnerte laut auf
Rings die purpurne Flut um den Kiel des gleitenden Schiffes;
Also durchzog es die Wogen, den Weg in Eile vollendend.
Als nun alles Nötige so im Schiffe getan war,
Stellten sie Krüge zurecht und füllten sie alle mit Wein auf.
Davon spendeten sie den unsterblichen ewigen Göttern

Endlich hat Telemach Initiative gezeigt - und Amadé liefert zur Gattung des deutschen Singspiels seinen ersten eigenständigen Beitrag mit Bastien und Bastienne, nicht etwa das Werk eines frühreifen Kindes, sondern eines zwölfjährigen Genies.
Als Auftragskomposition für Mozarts damaligen Gönner, den Heilmagnetiseur Franz Anton Mesmer  (seine Heilmethode ironisiert Mozart übrigens später in Cosi Fan Tutte) entsteht das Singspiel 1767/68. Ausgangspunkt ist Jean-Jacques Rousseaus Intermède "Le devin du village", der 1755 nach Wien gelangt. "Marionettenfiguren" sollen die Personen des Stückes sein, womit Kritiker nicht ganz Unrecht haben, außer der Zauberer Colas, dessen Auftritt die Dudelsackmelodie ankündigt. So recht nach Mozarts Geschmack und Humor ist die Gestalt: Colas ist kein unheimlicher Magier, sondern eher der gutmütige augenzwinkernde Philantrop, was ihn aber nicht hindert , Bastien mit der unheimlichen Befragung seines Zauberbuches in der Arie Diggi, daggi, schurry, murry einen gehörigen Schrecken einzujagen.
Das herrlich alberne Kauderwelsch von Kunstworten und Brocken verschiedener Sprachen der c-moll-Arie - in merkwürdigem Kontrast zum düsteren Mollcharakter der Musik mit den stürmisch dahinjagenden Läufen der Violinen und der ernsthaften Deklamation - erzeugt eine einmalig komische Wirkung.
Und ist Colas nicht eine Vorwegnahme des Don Alfonso in Cosi fan tutte, keimen im Hinweis auf die "Edelfrau vom Schloß" nicht auch schon sozialkritische Ideen Amadés?





Diggi.daggi,
schurry, murry,
horum, harum,
lirum, larum,
raudi, maudi,
giri, gari,
 posito,
besti, basti,
saron froh,
fatto, matto,
quid pro quo.

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