Dienstag, 3. Januar 2012

31. Januar

Mozart KV 36 (33i)  Rezitativ und Arie (Licenza) für Tenor            
             KV 70 (61c) Rezitativ und Arie (Licenza) für Sopran

Odyssee 3, 225 - 242

Telemach lässt seinem Pessimismus wieder freien Lauf, er glaubt nicht mehr an eine Heimkehr des Vaters.




Auch der Jubeldichter für den Erzbischof von Salzburg ist verzweifelt: Als er seine Gedanken formen will, wird er schwach, bis ins Land der Etrusker fliegt er hin und erfährt, es sei besser zu schweigen. Und er schweigt.

Mozart nicht.
Zwischen 1765 und 1769 komponiert der kleine, 10jährige Amadé die beiden Rezitative und Arien zu Ehren des Fürsterzbischofs Sigismund von Schrattenbach. Beide Werke zeichnen sich durch hohes Pathos aus. Auch die Umsetzung der wenig musikablen Inhalte der Texte in den typischen Affektgestus der Seria-Arie sind bemerkenswert. 
Der Textdichter ist unbekannt, Amadé hätte sich bei den Formulierungen die Feder gesträubt ... 

Bei seiner Wahl 1753 hatte der aus Franken stammende Schrattenbach kein Glück gehabt. Der sittenstrenge, romtreue, fleißige, geschäftstüchtige, diploma­tische gelernte Theologe wurde erst am 13. Wahltag und in der 50. Abstimmung mit elf von zwanzig Stimmen gegen Graf Thum, Bischof von Gurk, gewählt. Graf Thun war ausgesprochen verhasst bei den Untertanen, aber auch Schrattenbach war keineswegs beliebt. Er selbst betrachtete seine Wahl als vom  Heiligen Geist.
Das  Salzburger Hofdiarium meldet: "letzliche war die Licenza in Einem recitatif und ein Aria, So welche Musique darüber der Junge Mozard Wolfgang, Sohn des hiesigen Vice Capelmeisters und bewunderungswürdige Knab von 10 jahr, in dem Instument Ein Vollkommener Meister, auch erst von England hier ankommen, zu iedermans bewunderung componiert hat"

KV 70
Rezitativ
A Berenice e Vologeso sposi
Apparve al fin aurora
Di contentezza e pace.
Luce assai più festiva e più vivace,
Ch'oggi nacque di nuovo,
A me si rappresenta
In Sigismondo prence
E mi rammenta il mio dover
Di raccontar le lodi
Di questo di solenne.
lo lo previdi,
E volendo formar il mio concetto,
Deboli troppo i sensi miei trovai.
Confuso dunque e in fretta io mi portai
Del pegaso su le ale
Sin alla etrusca sponda
Da quella musa celebre e faconda,
A domandar soccorso.Ma non bastante anche essa
A soddisfar le mie richieste ansiose,
In questi pochi accenti a me rispose:
Virtù, ehe di lodare il ciel istesso
La cura ed il potere a se ritiene,
Solo ammirar tacendo a noi conviene.


Arie
Sol nascente in questo giorno,
Deh! perdona al tenue ingegno,
E ammirarti io vo' tacendo,
E ammirando io tacerò.

Del tuo lustro chiaro e degno,
Di virtù si rare adorno,
La grandezza io non comprendo,
E a dover spiegar non so.


Dem bräutlichen Paar Berenice und Vologeso
erschien zuletzt die Morgenröte
voller Zufriedenheit und Frieden.
Ein viel festlicheres und lebhafteres Licht,
das heute erneut geboren wurde,
zeigt sich mir
im Fürsten Sigismund
und erinnert mich an meine Pflicht,
den Lobpreis zu künden
zu diesem festlich-hohen Tag.
Ich sah es voraus,
und in der Absicht, meinen Gedanken zu formen,
fand ich meine Sinne zu schwach.
Verwirrt also und eilig begab ich mich
auf den Flügeln des Pegasus
bis zu den Gegenden der Etrusker,
um von dieser gefeierten und fruchtbaren Muse
Hilfe zu erbitten.

Aber auch sie war nicht in der Lage,
meine unruhig suchenden Wünsche zu erfüllen,
und antwortete mir
mit diesen wenigen Andeutungen:
Die Tugend, die zu lobpreisen der Himmel selbst
sich Sorge und Fähigkeit vorbehält,
ziemt uns nur, schweigend zu bewundern.


Du an diesem Tag aufsteigende Sonne,
ach, vergib dem geringen Geist.
Und ich will dich schweigend bewundern,
und in Bewunderung will ich schweigen.

Die Größe deines klaren und würdigen Glanzes,
der geschmückt ist durch so seltene Tugenden,
kann ich nicht umfassen, und ich weiß sie nicht
nach Schuldigkeit zu erklären.















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