Dienstag, 3. Januar 2012

17. Februar

Mozart KV 118 (74 ) La betulia liberata              

Odyssee 4,  216 - 243

Helena erzählt ihren Gästen in Sparta von den Taten des Odysseus im Trojanischen Krieg:

Odysseus verkleidete sich und schlich unerkannt ins Innere der Stradt Troja. Auch ihr, Helena gegenüber, die ihn als einzige erkannte, fand er Ausflüchte. Erst als sie ihn gebadet, gesalbt, eingekleidet und bei den Göttern geschworen hatte, ihn nicht zu verraten, vertraute er ihr seinen Plan an. Als er dann viele Trojaner erschlug und ihre Weiber wehklagten, frohlockte sie:
Ihr Sinn hatte sich wieder der Heimat zugewandt. Sie beweinte den Jammer, den Aphrodite geschaffen hatte, als sie aus dem Vaterland entführt wurde, weg von ihrer Tochter und ihrem Ehemann Menelaos.



Wie Odysseus sich in das belagerte Troja mit dem hölzernen Pferd einschmuggelt, so schleicht Judith aus ihrer belagerten Heimatstadt Betulia in das Lager des Feldherrn Holofernes und haut ihm mit dem Schwert den Kopf ab.
Zu seinen Lebzeiten ist die Auftragskomposition Amadés für den Musikliebhaber Giuseppe Ximenes de Principi d'Aragona von 1771 nie erklungen. Als Zeugnis von Mozarts frühreifer Fähigkeit, festumrissene Charaktere eindrucksvoll durch seine Musik zu zeichnen, bleibt das Oratorium immer noch hörenswert und bedeutsam. Judiths Partie ist ungemein anspruchsvoll, sowohl, was den Stimmumfang als auch die gestalterische Dramatik angeht.

KV 118: Overtura
KV 118: 5. Aria
KV 118: 8: Aria
KV 118: 9: Coro

5 Aria
GIUDITTA
Del pari infeconda
d'un fiume è la sponda
se torbido eccede,
se manca d'umor.


Si acquista baldanza
per troppa speranza,
si perde la fede
per troppo timor.


Gleich unfruchtbar
ist das Ufer des Flusses,
sei es überschwemmt,
sei es ausgedörrt.


Übermäßige Hoffnung
führt zu Anmaßung,
und der Glaube stirbt,
wo die Furcht überwiegt.


Equally barren
is the bank of the river
whether it rises in turbulence
or lacks for moisture.


Presumption comes
from too much hope,
faith is lost
through too much fear.


8 Aria
GIUDITTA

Parto inerme, e non pavento;
sola parto, e son sicura;
vo per l'ombre, e orror non ho.


Chi m'accese al gran cimento
m'accompagna e m'assicura;
L'ho nell'alma, ed io lo sento
replicar che vincerò.


Ich gehe unbewaffnet und ohne Furcht;
Ich gehe allein, aber sicher; ich gehe durch das
Dunkel, doch fürchte ich mich nicht.


Der mich antrieb zu dieser großen Prüfung,
begleitet und beschützt mich:
ich trage ihn in meinem Geist und höre ihn sagen,
daß ich siegreich sein werde.


l go forth unarmed and unafraid;
l go alone but secure;
I go through the darkness but have no fear.


He who fired me to this great trial
accompanies and protects me:
I have Him in my spirit, and hear Him reply

that I shall be victorous.


9. Coro
Oh prodigio! Oh stupor! Privata assume
delle pubbliche cure
donna inibelle il pensier! Con chi governa
non divide i consigli! A' rischi esposta
imprudente non sembra! Orna con tanto
Studio se stessa; e non risveglia un solo
dubbio di sua virtù! Nulla promette,
e fa tutto sperar! Qual fra' viventi
più l'Autore ignorar di tai portenti?


O Wunder! O Erstaunen! Daß eine friedliche Frau
wie sie die öffentliche Verantwortung
auf sich nimmt, ohne sich mit dem Herrscher
zu beraten, daß sie sich der Gefahr aussetzt,
ohne unklug zu wirken! Sie schmückt sich
mit großer Sorgfalt, und doch gibt es
keinen Zweifel an ihrer Tugend! Sie
verspricht nichts und gibt uns doch Hoffnung!
Wie könnte der Urheber dieses Wunders
solch ein Wesen mißachten?


O marvel! O amazement!
That an unwarlike woman on her own
should take on the responsibility of public cares
without sharing her counsel with the governor,
should bc exposed to risks without seeming
imprudent! She adorns herself with such care,
yet arouses not a single doubt of her virtue!
She promises nothing yet gives us all hope!
Could the Author of such wonders disregard
such a being?















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