Dienstag, 3. Januar 2012

21. Februar

Mozart KV 111 Ascanio in Alba 

Odyssee 4, 332 - 363

Telemach  in Sparta.
Menelaos ergrimmt über die Freier, wünscht den starken Odysseus herbei, der den Freiern ihren Spass schnell und gründlich verderben würde. 
Ihn selbst, so Menelaos weiter, hätten auf der Rückfahrt von Troja nach Sparta die Götter 20 Tage auf der Insel Pharos, weit draußen vor der Nilmündung festgehalten. Er lag gefangen in einem sicheren Hafen, und weil nie günstiger Wind zum Weitersegeln kam, gingen die Vorräte zur Neige.


Erzherzog Ferdinand und Prinzessin d'Este

Erzherzog Ferdinand war auch ein Freier, 14. Kind der Kaiserin Maria Theresia, seine Partie mit Prinzessin D'Este wurde aber auf diplomatischem Wege geklärt, getreu dem Wahlspruch Bella gerant alii, tu felix Austria nube. Der Siebzehnjährige soll mit Maria Beatrix von Este, einziger Tochter des Fürsten von Modena, vermählt werden - er ist mit ihr schon seit seiner frühesten Kindheit verlobt und sie soll das Fürstentum erben. Für diese Feierlichkeit komponiert Mozart - auf Vermittlung des Mailänder Generalgouverneurs Graf Firminan - eine "Serenata teatrale" nach dem Libretto des Hofpoeten Parini: es ist die in die antike Mythologie übertragene Darstellung der "Hochzeit des Jahres". Mozart war mit Mitridate schon erfolgreich gewesen, und jetzt schreibt der junge Meister wie immer in Eile (das Libretto kommt sehr spät) das  eigentlich unspielbare Stück aus der Zeit des Odysseus. Es findet größeren Beifall als Hasses (Hasse: "Dieser Knabe wird uns alle vergessen machen!") Hauptstück für die Hochzeit. Ascanio in Alba wird noch fünf Mal aufgeführt. Leopold und Wolfgang Mozart sind ein zweites Mail mit eigener Kutsche gen Italien gefahren.
Wunderbar sicher und wirkungsvoll gestaltet Amadé den lyrischen Charakter der idyllischen Szene und die gewünschte Festlichkeit. Ein Kunstwerk von Schönheit, Eigenart und besonderem Reiz.



Leider geht Mozarts Plan nicht auf. Das Werk hat dem Publikum gefallen, der Erzherzog wird sich gewogen zeigen, doch Maria Theresia stellt sich quer: Sie schreibt dem Sohn, sich von »unnützen Leuten, die in der Welt als Bettler herumlaufen«, zu distanzieren.

Der Italien-Traum ist aus, die enttäuschten Künstler landen wieder in der Salzburger Realität, wo Fürsterzbischof Hieronymus Graf Colloredo nach dem Tod von Erzbischof Sigismund von Schrattenbach die Regentschaft übernimmt; er ist der letzte, ihn vertreiben 1800 die Franzosen ...

Die Ehe zwischen Ferdinand Karl und Maria Beatrice verläuft übrigens glücklich. 1780 vertreibt aber Napoleon auch ihn und seine Familie aus der Lombardei; sie gehen nach Wien.

KV 111: 22. Aria Al mio ben mi veggio avanti 
KV 111: 32: Terzetto Più sacro nodo

16. Aria
ASCANIO
Ah di sì nobil alma
Quanto parlar vorrei.
Se le virtù di lei
Tutte saper pretendi


Chiedile a questo cor.
Solo un momento in calma
Lasciami, o Diva,
Lasciami e poi di tanti pregi suoi
Potrò parlarti allor.


Ach, wie vieles möcht' ich sagen
Über diese reine Seele!

Wer alle ihre Tugenden
Verlangt zu kennen.
Frage dieses Herz.


Nur einen Augenblick Besinnung
Lasse mir, oh Göttin,
Und alle ihre hohen Werte
Werde ich dann nennen können.




Arie 22
ASCANIO
Al mio ben mi veggio avanti
Del suo cor sento la pena
E la legge ancor mi frena.
Ah si rompa il crudo laccio
Abbastanza il cor soffrì.


Se pietà dell'alme amanti
Bella Diva, il sen ti move,
Non voler fra tante prove
Agitarle ognor cosi.


Die Liebste sehe ich vor mir,
Fühle die Qual in ihrem Herzen.
Doch hält mich das Verbot zurück.
Die harten Bande will ich brechen.
Genug schon litt das Herz.


Können Liebende, oh schöne Göttin,
Deine Brust zu Mitleid rühren,
Bringe nicht durch neue Prüfung
Neuen Aufruhr in ihr Herz.



32 Terzetto
ASCANIO
Che bel piacer io sento
In si beato dì.


SILVIA
Numi! Numi! Che bel momento
Come si bel contento
II mio timor finì.


ASCANIO, SILVIA E ACESTE
Più sacro nodo in terra
Più dolce amor non è
Ouanto pietosa Dea Welch hohe Freude fühle ich
An demselbigen Tag.


SILVIA
Götter, Götter! Welch ein Augenblick.
Wie endete die Furcht
In schönem Frieden.


ASCANIO, SILVIA UND ACESTE
Kein heiligeres Band auf Erden
Und keine süßere Liebe.
Dir, barmherzige Göttin,
Verdanken wir so viel.
Quanto dobbiamo a te.


Handlung
Göttin Venus erscheint mit Gefolge und Sohn Ascanio in Alba. Venus erklärt Ascanio, er solle hier regieren. Ascanio fragt nach Silvia, einer Nymphe. Der Priester Aceste ist mit Hochzeitsvorbereitungen beschäftigt. Dem Hirten Fauno gegenüber gibt Ascanio sich als Fremder aus. Er erklärt Fauno, er wolle hier bleiben. Aceste teilt den Hirten mit, dass heute der Sohn des Aeneas sich mit Silvia vereinen werde. Silvia verrät, dass sie schon lange das Bild eines jungen Mannes vor sich sehe, den sie liebe. Der Priester: dieser Jüngling ihrer Träume sei unzweifelhaft Ascanio. Venus verspricht ihrem Sohn, dass hier im Tal bald eine neue Stadt, Alba, entstehen werde.  Silvia erkennt Ascanio sofort als den Fremden ihrer Träume. Fauno weist "den Fremden" an, über die Hochzeit und die zukünftige Stadt zu berichten. Silvia denkt, der Fremde sei nicht Ascanio und ist tief betrübt, schickt sich aber in ihr Schicksal. Bei der Hochzeit vereint Venus die Liebenden
Ascanio in Alba ist eine typische Allegorie, in der Ascanio für den Erzherzog, Venus für Maria Theresia steht, die Braut Beatrice, symbolisiert durch die Silvia, muss zuerst eine Prüfung bestehen.











.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen