Dienstag, 3. Januar 2012

28. Februar

Mozart KV 175 Konzert für Klavier

Odyssee 4, 538 - 560

Menelaos, so erzählt er Telemach, fing bitterlich zu weinen an, als er von Proteus den Mord an seinem Bruder Agamemnon erfahren muss. Der Gott ermutigte ihn aber, sich zu beeilen, vielleicht treffe er den Mörder dann noch an, wenn Orestes ihn nicht schon erschlug.
Von Odysseus wisse er nur soviel: Er werde von der Nymphe Kalypso mit Zwang auf ihrer Insel festgehalten. Er habe weder Ruderer noch ein Schiff, um von dort weg zu kommen.



Wie Odysseus bei Kalypso, so fühlen sich Vater und Sohn Mozart im ungeliebten Salzburger Dienst gefangen, den sie entsprechend halbherzig leisten. Die Hoffnung auf eine Festanstellung in Italien hat sich zerschlagen und auch der Versuch Leopolds im Sommer 1773, bei der Kaiserin etwas zu erreichen: erfolglos.    
Amadé geht in dieser Zeit, wo unzählige geistliche Werke, Divertimenti, Streichquartette, Klaviersonaten und Symphonien entstehen, unbeirrt den Weg des Neuerers. Die späte Pubertät des jungendlichen Kapellmeisters hat in gesellschaftlich geregelten Bahnen zu verlaufen, seinen 'Sturm und Drang' erlebt er um so hörbarer in seiner Musik. Sein Bewegungsdrang, der ihn oft "im Zimmer wie ein Hund in Flöhen" gehen lässt, sucht nach einem Ausweg, weg von Salzburg.
Aus dieser Zeit stammt das erste selbständig verfasste Klavierkonzert KV 175.  Im Vordergrund steht der Dialog zwischen Klavier und Orchester. Außergewöhnlich für damals ist die nicht selbstverständliche Besetzung mit Streichern, je zwei Oboen, Hörnern, Trompeten sowie Pauken.


Mozart hat für sein erstes eigenes Konzert eine lang anhaltende Vorliebe. In dem Konzert  zeigt er ambitionierten Zugriff nicht nur in der Wahl der 'brillanten' Tonart D-dur und großer Orchesterbesetzung, sondern vor allem in der meisterhaften und originellen Handhabung der Form, im ausbalancierten Wechselspiel zwischen Solo und Orchester, in der Orchestrierung (besonders des Andante ma un poco Adagio) und in der Art, wie er musikalische Gedanken zueinander in Beziehung setzt.
Der unkonventionellste Satz ist zweifellos das Finale, ein Sonatensatz, der das Werk mit einer überraschenden, halb ironischen Kombination 'gelehrter' und 'galanter' Stilelemente krönt. Amadé beginnt mit einem kanonisch geführten Hauptthema, es folgt eine tänzerisch-synkopierte Überleitung und ein ganz buffonesker Seitensatz. 

Später ersetzt er übrigens den 3. Satz durch eine faszinierendes Allegretto grazioso (KV 382) 

KV 175

buffonesk, von Buffo (ital: komisch, witzig) = in Oper und Operette Tenor (Tenorbuffo) oder Bass (Bassbuffo), der in dem Stück aufgrund seiner Rolle für die Komik zuständig ist













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