Dienstag, 3. Januar 2012

31. Mai

Mozart KV 390 (340c) An die Hoffnung. Lied "Ich würd'"
              KV 391 (340b) An die Einsamkeit. Lied "Sei du mein Trost"
              KV 392 (340a) Lied "Verdankt sei es dem Glanz"
                         
Odyssee 11,  81 - 137

Odysseus vor dem Hades.
Nach Elpenor kamen die Seele seiner Mutter, die Seele von Antikleia und schließlich die Seele des Sehers Teiresias. Er weissagte Odysseus: Er solle, wenn er in Sizilien landet, die Rinder des Sonnengottes Helios schonen, spät werde er allein auf fremden Schiff nach Ithaka zurückkehren, dort werde er übermütige Freier treffen, an diesen Rache nehmen. Dann soll er zu Männern segeln, die nie Salz in ihre Speise tun, solle opfern und heim kehren, wo ihn ein sanfter Tod in Frieden hinweg nehmen werde. 

Odysseus sucht, als er die Weissagung des Teiresias vernimmt, Trost in verschwiegener Traurigkeit ... 
Ein unterschätzter Aspekt in Mozarts Gesamtschaffen sind die kleinen intimen Stücke für eine Singstimme mit Klavier. Sie alle setzen durch ihre Mannigfaltigkeit in Erstaunen. Die kleinen Schilderungen sind Zeugen des Augenblicks einer stillen Begegnung zwischen Amadé und - oft mittelmäßgiger - Lyrik. Die Lieder KV 390, 391 und 392 entnimmt er Johann Timotheus Hermes’ Roman "Sophiens Reisen".
Vielfältig spricht aus den Gedichten die seelische Situation von Mozart in dieser Zeit - kurz vor dem Bruch mit Salzburg - und nimmt er nicht Schubert vorweg?

KV 390
KV 391
KV 392 



Verdankt sei es dem Glanz der Großen,
Daß er mein Nichts mir deutlich zeigt.
Mich hat er nie zurückgestoßen,
Denn mich hat niemals er erreicht.


Ich sah viel Kleine näher geh'n
Und blieb in meinem Zirkel steh'n.
Soll mir des Größern Unmut zeigen,
Ich sei nur eine Kleinigkeit:


O Unschuld! dann lehr' du mich schweigen
Und gib mir Unerschrockenheit
Und präge mir sanfttröstend ein,
Es sei nicht Schande, klein zu sein.



Ich würd' auf meinem Pfad mit Tränen
Oft hin zum fernen Ende seh'n,
Sah' ich nicht Kenner meiner Leiden
So mitleidsvoll am Wege steh'n.


Den Sonnenbrand, der mich entkräftet,
Den Blitz, der meinem Scheitel droht,
Den sieht mein Freund und tritt mir näher
Und ruft: "Ich kenne deine Not!"


Dann brech' ich mutig durch die Dornen
- «Er sieht mich bluten!», sprech' ich dann;
Und wenn ich einst, verblutet, falle,
Dann sag' er: «Der stieg felsenan!»



Sei du mein Trost, verschwieg'ne Traurigkeit!
Ich flieh' zu dir mit so viel Wunden,
Nie klag' ich Glücklichen mein Leid:
So schweigt ein Kranker bei Gesunden.


O Einsamkeit! Wie sanft erquickst du mich,
Wenn meine Kräfte früh ermatten!
Mit heißer Sehnsucht such' ich dich
So sucht ein Wand'rer, matt, den Schatten.


O daß dein Reiz, geliebte Einsamkeit,
Mir oft das Bild des Grabes brächte!
So lockt des Abends Dunkelheit
Zur tiefen Ruhe schöner Nächte.















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