Dienstag, 3. Januar 2012

8. Februar

Mozart  KV 85 (73s) Miserere

Odyssee 3,  463 - Ende

Nach dem Tieropfer in Pylos badet König Nestors spätgeborene Tochter Polykaste Telemach, salbt ihn mit glänzendem Öl. Dann schmausen sie vom Opferfleisch und Nestor lässt schönmähnige Rosse anschirren, damit Telemach seine Reise vollende. Peisitratos nimmt die Zügel. Sie übernachten in Pherä auf der Burg des Diokles, fahren frühmorgens weiter und als am nächsten Tag die Sonne sinkt, sind sie am Ziel.

Giovannio Battista "Padre" Martini

Wie die Nacht Telemachs in Pherä ist das Miserere eine Zwischenstation auf dem Weg zur Vollendung. Padre Martini  ist nun Amadés wichtigster Partner in Bologna. Er unterweist Mozart in der Technik des strengen Satzes. Das Miserere ist in dieser Art komponiert, wenn auch mit lockerer Dissonanzbehandlung. Mozart vertont nur die ungeraden Verse des "Miserere".
Die achtsätzige Komposition des 50. Psalms entsteht Juli/August 1770. Der Verzicht auf die Sopranstimme und auf obligate Instrumente weist auf den ernsten Bußcharakter des Psalmtextes hin.  Die einzelnen Sätze sind kurz und umfassen nur 8 bis 19 Takte. Auch die Alternatim-Praxis, wie sie traditionellem Brauch des Psalmodierens entspricht (wechselnder Vortrag eines liturgischen Abschnitts durch zwei verschiedene Klanggruppen) ist kennzeichnend für den Stil des Stückes.



Miserere mei, Deus, secundum magnam misericordiam tuam.

Amplius, lava me ab iniquitate mea: et a peccato meo munda me.

Tibi soli peccavi, et malum coram te feci: ut justificeris in sermonibus tuis, et vincas cum judicaris.

Ecce enim veritatem dilexisti: incerta et occulta sapientiae tuae manifestasti mihi.

Auditui meo dabis gaudium et laetitiam: et exsultabunt ossa humiliata.

Cor mundum crea in me, Deus: et spiritum rectum innova, in visceribus meis.

Redde mihi laetitiam salutaris tui: et spiritu principali confirma me.

Libera me de sanguinibus, Deus, salutis meae: et exsultabit lingua mea justitiam tuam.


Erbarme dich meiner, Gott, nach deiner großen Barmherzigkeit.
Überdies wasche ab von mir meine Ungerechtigkeit und reinige mich von meiner Sünde.
Gegen dich allein habe ich gesündigt und habe Böses vor dir getan: damit du gerechtfertigt wirst in deinen Reden und recht behältst, wenn du richten wirst.
Siehe, denn du hast die Wahrheit geliebt: Ungewisses und Verborgenes deiner Weisheit hast du mir geoffenbart.
Du wirst mich erhören und mir Freude und Fröhlichkeit geben: und die erniedrigten Gebeine werden frohlocken.
Schaffe, Gott, in mir ein reines Herz: und erneuere in meinem Inneren die rechte Gesinnung.
Gewähre mir die Freude über deine Gnade: und bestärke mich im rechten Geiste.
Befreie mich, Gott, mein Heil, von meineer Abkunft: und meine Zunge wird deine Gerechtigkeit preisen.













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