Dienstag, 3. Januar 2012

1. März

Mozart KV 173d/345 (336a) Thamos, König in Ägypten
                                                   Chöre und Zwischenakte

Odyssee 4, 561 - 592

Proteus, der göttliche Greis und höllische Gott, weissagte dem Menelaos, wie dieser erzählt,  weiter, die Götter würden ihn in die elysische Flur leiten, wo Rhadamanthys wohnt, dann tauchte Proteus ab ins Meer. Er, Menalaos fuhr weiter, den Nil hinauf, errichtete ein Grabmal für Agamemnon, und dann brachten günstige Winde sie in die Heimat.
Menelaos lädt Telemach ein, doch noch 11 oder 12 Tage zu bleiben.




Menalaos ist in Ägypten unterwegs und Philipp Freiherr von Gebler, der herrschenden Äyptenmode verpflichtet und von Terrassons Heldenroman 'Séthos' stark beeinflusst, schreibt das Stück Thamos, König in Ägypten 1773 in Dresden als Krönung seines Werkes; er beauftragt ursprünglich J. T. Sattler, dann Mozart mit der Vertonung der zwei Chorszenen.

Die Bühnenmusik verwendet Mozart später übrigens noch zwei Mal:
Amadé lässt Anfangs- und Schlusschor mit lateinischen Texten versehen, die heroischen Musiken werden Kirchenmusik (Splendente te, Deus und Ne pulvis et cinis (Anh. 121 und 122)) - Anfang des 19. Jahrhunderts in diesem Gebrauch erfolgreicher als alle eigentlichen kirchlichen Musikwerke Mozarts!
Später beeinflusst das Stück Geblers auch noch mehrfach die Zauberflöte ...
 
Und noch später Beehoven in seiner 9. Sinfonie ...


KV 345 (336a): 1. Chor "Schon weichet dir, Sonne"
KV 345 (336a): 2. Nach dem Ersten Act Maestoso 
KV 345 (336a): 3. Nach dem 2ten Act Andante 
KV 345 (336a): 6. Chor "Gottheit, Gottheit, über alle" 



1. Chor

PRIESTER, JUNGFRAUEN
Schon weichet dir, Sonne, des Lichtes Feindin, die Nacht!
Schon wird von Ägypten dir neues Opfer gebracht:
Erhöre die Wünsche! dein ewig dauernder Lauf
Führ' heitere Tage zu Thamos' Völkern herauf!


PRIESTER
Der munteren Jugend
Gib Lenksamkeit, Tugend,
Den Männern Mut!
Nach tapfern Taten
Weisheit zum Raten,
Allen gib Vaterlandsblut!


PRIESTER, JUNGFRAUEN
Erhöre die Wünsche! dein ewig dauernder Lauf
Führ' heitere Tage zu Thamos' Völkern herauf!


JUNGFRAUEN
Ägyptens Töchter
Sei'n ihrer Geschlechter,
Der Gatten Zier!
Vergnügt, im stillen Pflicht
zu erfüllen,
Blühend und jahrvoll wie wir!


PRIESTER
Gekrönt vom Siege,
Schreck' Thamos im Kriege
Der Feinde Reich!


JUNGFRAUEN
Führ' uns durch Triebe,
Sorge und Liebe,
König und Vater zugleich!


Nr. 6 Chor

PRIESTER, JUNGFRAUEN
Gottheit, Gottheit über alle mächtig!
Immer neu und immer prächtig!
Dich verehrt Ägyptens Reich.
Steigend, ohne je zu fallen,
Sei's das erste Reich aus allen,
Nur ihm selbst an Größe gleich!


PRIESTER
Von des Mittags heißem Sande
Bis zum fernen Meeresstrande
Wölkt sich Opferrauch empor.
Früh schon tönen unsre Lieder,
Hymnen bringt der Abend wieder,
Nie verstummet unser Chor.


JUNGFRAUEN
Wie in weiter Tempel Hallen
Unter der Trompeten Schallen
Sanfter Flöten Zauberklang:
So mengt sich, Osiris' Söhne!
Unser Lied in eure Töne,
Sonne! dir ein Lobgesang.


EIN PRIESTER
Was der Mund des Fürsten schwöret,


EINE JUNGFRAU
Was von seinem Volk er höret,


BEIDE
Sei zu beider Wohl der Grund!


EIN PRIESTER
Er uns hold,


EINE JUNGFRAU
Treu wir dem Throne;


EIN PRIESTER
Vatersorgen,


EINE JUNGFRAU
Lieb' zum Lohne,


BEIDE
Ist der wechselvolle Bund.


PRIESTER, JUNGFRAUEN
Gottheit, über alle mächtig!
Immer neu und immer prächtig!
Dich verehrt Ägyptens Reich.
Steigend, ohne je zu fallen,
Sei's das erste Reich aus allen,
Nur ihm selbst an Größe gleich!









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