Dienstag, 3. Januar 2012

19. März

Mozart KV 197 (Anh 186e - Anh. C 3.05) Tantum ergo D-Dur

Odyssee 5, 262 - 281

Eines der bekanntesten Sternbilder ist Orion, der Himmelsjäger, in Europa das markanteste und schönste Wintersternbild. Drei Sterne (auch drei Könige, Jakobsstab oder Jakobsleiter bekannt) bilden den Gürtel des Orion, daran das Schwertgehänge und darin der berühmte Orionnebel. Nach diesem Sternbild soll Odysseus astronomisch (-->) navigieren. Die Ägypter haben auf Orion - für sie Gott Osiris - sicher ähliche Hymnen wie das Tantum ergo gesungen. Vier Tage braucht Odysseus für seinen Floßbau auf Kalypsos Insel. Am fünften Tag sticht er in See. Kalypso rät ihm,  das Sternbild Orion immer an Backbord zu lassen. Odysseus hält sich daran,  nach 17 Tagen erreicht er Korfu, wo die Phäaken wohnen. 






















Wo und wann genau Amadé KV 197 schreibt, wissen wir nicht. Das Tantum ergo ist - wie KV 142 (siehe 17. März -->) - eine Sakralmotette auf den Text der fünften Strophe des Fronleichnamshymnus "Pange lingua gloriosi", des berühmtesten eucharistischen Hymnus, der dem Kirchenlehrer Thomas von Aquin zugeschrieben wird. Mozarts KV 197 für gemischten Chor, Orchester und Orgel in D-Dur mit einem homophonen Chorsatz, der am Prinzip der Sonatenhauptsatzform (ohne Durchführung) orientiert ist, könnte auch eine Bearbeitung einer fremden Komposition sein.

KV 197



Tantum ergo
Tantum ergo sacramentum
veneremur cernui,
et antiquum documentum
novo cedat ritui.
praestet fides supplementum
sensuum defectui.

 Genitori, Genitoque
laus et jubilatio,
salus, honor, virtus quoque
sit et benedictio!
Procedenti ab utroque
compar sit laudatio.
Amen.

Lasst uns tiefgebeugt verehren
dies erhab'ne Sakrament,
und der Brauch der alten Lehren
weich' dem neuen Testament.
Frommer Glaube wird gewähren,
was der Sinn hier nicht erkennt.
Gott dem Vater, Gott dem Sohne,
Gott dem Geiste benedeit,
singt hinauf zum Himmelsthrone
Ehre, Preis und Herrlichkeit.
Und in andachtsvollem Tone
sei ihm Lob und Dank geweiht!



Die Sterngucker im Altertum sahen übrigens alle etwas anderes im Orion.
Bei den Sumerern war er ein Schaf, bei den Ägyptern eine Widerspiegelung ihres Gottes Osiris.
Manche leiten seinen Namen vom Akkadischen Uru-anna, »Licht des Himmels«, ab oder vermuten, dass die Griechen die Heldengestalt aus dem sumerisch-babylonischen Epos um Gilgamesch übernahmen, dem mythischen König von Uruk.
Die Germanen erkannten in dem Sternbild einen Pflug.
Bei den Wikingern findet sich oft die Interpretation als Gott Thor, der durch einen Fluss watet und Gott Loki an seinem Gürtel hängend hinüber zieht. Im alten China war das Sternbild eines der 28 chinesischen Tierzeichen und bedeutete »drei« (wahrscheinlich nach den Gürtelsternen).
Für die Insulaner der Südsee stellte die Konstellation ein Kriegsboot dar.  
Orion ist ein Jäger der griechischen Mythologie, die ihn als riesige Gestalt beschreibt. Er war der Sohn des Poseidon, des Meeresgotts und Zeus' Bruder. Als Orion für den König von Chios in dessen Auftrag die wildesten Tiere in seinem Land erlegen sollte, entbrannte er in einer sehr einseitigen Liebesbeziehung zur Königstochter Merope und bediente sich in seiner Werbung auch der Gewalt. Der erzürnte Vater ließ den Jäger blenden, doch die Strahlen der aufgehenden Sonne gaben ihm das Augenlicht zurück. Eos, die Göttin der Morgenröteverliebte sich in Orion und entführte ihn. Artemis duldete dies nicht und tötete Orion mit Pfeil und Bogen.  Homer nennt diese Geschichte in der Odyssee als Beweis dafür, dass es Gottheiten nicht erlaubt sit, sich in Sterbliche zu verlieben. (Kalypso hat allen Grund zu klagen, denn Hermes untersagt ihr gerade ihr Verhältnis zu Odysseus).
Wie Orion an den Himmel kam, dafür gibt es zwei Überlieferungen:
Der heldenhafte Jäger verliebte sich in die Plejaden, die sieben Töchter des Atlas. Eines Tages genügten ihm heimliche Gefühle nicht mehr und er begann sie zu verfolgen, letztlich sogar zu jagen. Als Zeus dies nicht mehr mit ansehen konnte, versetzte er sie als Sternbilder an den Himmel, wo Orion sie noch heute verfolgt aber niemals erreicht.
Oder: Orion ließ eines Tages auf der Jagd in Kreta verlauten, er werde alle Tiere auf Erden töten. Darüber war Gaia, die uralte Göttin der Erde, so erbost, dass sie einen Skorpion aus ihrem Schoß entsandte, um Orion mit seinem Giftstachel zu töten. Artemis, die mit ihm auf der Jagd gewesen war, versetzte ihn an den Himmel. Zur Untergangszeit des Skorpions steigt Orion im Osten auf. Kehrt der Skorpion an den Nachthimmel zurück, so verschwindet Orion unter dem Westhorizont...














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