Dienstag, 3. Januar 2012

20. März

Mozart KV 198 (Anh. C 3.08) "Sub tuum praesidium" F-Dur Offertorium

Odyssee 5, 282 - 332

Als Odysseus auf seinem Floß Kurs Heimat segelt, kommt Poseidon aus Äthiopien zurück. Den Meeresgott packt die Wut. Mit seinem Dreizack wühlt er das Meer auf, ruft einen Orkan hervor. Auf seinem Floß klagt Odysseus:

Weh mir, ich elender Mann! Was werd' ich noch endlich erleben!
Ach, ich fürchte, die Göttin verkündete lautere Wahrheit,
Die mir im wilden Meere, bevor ich zur Heimat gelangte,
Leiden die Fülle verhieß! Nun wird sich alles erfüllen!
Weh, wie fürchterlich Zeus den ganzen Himmel in Wolken
Hüllt und das Meer aufregt! Wie sausen die wütenden Stürme
Aller Enden daher! Nun ist mein Verderben entschieden!            
Dreimal selige Griechen und viermal, die ihr in Trojas
Weitem Gefilde sankt, der Atreiden Ehre verfechtend!
Wär' ich doch auch gestorben und hätte die traurige Laufbahn
An dem Tage vollendet, als mich im Getümmel der Troer
Eherne Lanzen umflogen um unsern erschlagnen Achilleus!         
Dann war' ich rühmlich bestattet, dann sängen mein Lob die Achäer!
Aber nun ist mein Los, des schmählichen Todes zu sterben!

Also sprach er; da schlug die entsetzliche Woge von oben
Hochherdrohend herab, daß im Wirbel das Floß sich herumriß;
Warf ihn weit vom Floß in die See, es fuhr ihm das Steuer
Aus den Händen fort und mit einmal stürzte der Mastbaum
Krachend hinab vor der Wut der fürchterlich sausenden Windsbraut.
Weithin flog in die Wogen die Rah' und das flatternde Segel.
Lange blieb er untergetaucht und strebte vergebens,
Wieder empor zu kommen im Schwall der rollenden Brandung,  
Denn ihn beschwerten die Kleider, geschenkt von der hehren Kalypso.
Endlich tauchte er auf und spie aus dem Munde das bittre
Wasser des Meers, das strömend von seinem Scheitel herabtroff.
Dennoch vergaß er des Floßes auch selbst in der schrecklichen Angst nicht,
Sondern schwang sich ihm nach durch reißende Fluten, ergriff es, 
Setzte sich wieder hinein und entfloh dem Todesverhängnis.




Hierhin und dorthin trieben das Floß die Ströme des Meeres.
Also treibt im Herbste der Nord die verdorreten Disteln
Über das Feld, und sie treiben dicht ineinander geknäuelt:
Also trieben durchs Meer ihn die Winde bald hiehin, bald dorthin.
Jetzt warf ihn der Süd dem Nordsturm hin zum Verfolgen;
Jetzt gab ihn der Ost dem brausenden Weste zum Spiele.



Odysseus wäre es sicher auch danach  gewesen, zu singen:

Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir,
o heilige Gottesgebärerin.
Verschmähe nicht unser Gebet in unsern Nöten,
sondern erlöse uns jederzeit von allen Gefahren ...


Manch einer zweifelt an der Urheberschaft Mozarts, Entstehungsort und -jahr sind unbekannt. Im Offertorium 'Sub tuum praesidium' in F-Dur für zwei Soprane, Orchester und Orgel verzichtet Amadé ganz auf einen Chor. Er gestaltet die Melodie liedhaft und den Part der Solostimmen sehr schlicht. Ergebnis ist ein wunderbar klangvoller und weicher Ausdruck. Der Anfang der Komposition erinnert an das Duett von Michael Haydn "O Amaryllis".

KV 198

Sub tuum præsidium confugimus,
Sancta Dei Genetrix.
Nostras deprecationes ne despicias in necessitatibus nostris,
sed a periculis cunctis libera nos semper,
Virgo gloriosa et benedicta.

Domina nostra, mediatrix nostra, advocata nostra,
tuo filio nos reconcilia,
tuo filio nos commenda,
tuo filio nos repræsenta.

Amen.


Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir,
o heilige Gottesgebärerin.
Verschmähe nicht unser Gebet in unsern Nöten,
sondern erlöse uns jederzeit von allen Gefahren,
o du glorreiche und gebenedeite Jungfrau.

Unsere Frau, unsere Mittlerin, unsere Fürsprecherin.
Versöhne uns mit deinem Sohne,
empfiehl uns deinem Sohne,
stelle uns vor deinem Sohne.
Amen.













.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen