Dienstag, 3. Januar 2012

26. März

KV 204 (213a) Serenade für Orchester 5 D-Dur

Odyssee 6, 1 - 40

Auf Korfu/Scheria herrscht König Antinoos. In dessen Palast weckt Göttin Athene die Königstochter Nausikaa - an Wuchs und reizender Bildung einer Unsterblichen gleich - in Gestalt deren liebster Gespielin und sagt:  

Liebes Kind, was bist du mir doch ein lässiges Mädchen!
Deine kostbaren Kleider, wie alles im Wuste herumliegt!
Und die Hochzeit steht dir bevor! Da brauchst du was Schönes,

Anzuziehen für dich und die anderen, welche dich führen.
Denn dadurch gewinnst du Ehre dir bei den Leuten
Rings, und es freun sich der Vater darob und die liebe Mutter.    
Laß uns denn eilen und waschen, sobald der Morgen sich rötet!
Ich will deine Gehilfin sein, damit du geschwinder

Fertig werdest, denn, Mädchen, du bleibst nicht lange mehr Jungfrau.
Denn schon werben um dich die Edelsten unter dem Volke
Aller Phäaken rings, da du selbst von edler Geburt bist.
Auf! erinnere noch vor der Morgenröte den Vater,
Daß er mit Pferden dir den Wagen bespanne, worauf man
Lade die schönen Gewände, die Gürtel und prächtigen Decken.
Auch für dich ist's so viel schöner, als wenn du zu Fuße
Gehen wolltest, denn weit von der Stadt ja liegen die Wäschen.

 
 
                                                        

1775, Salzburg.
Amadé komponiert eine siebensätzigen Serenade D-Dur, KV 204, als Begleitmusik zur Odyssee. Im 5. Satz, einem marschartig schreitenden Andante, ermahnt Göttin Athene die Königstochter Nausikaa. Auffallend die grotesken Ein- und Zuwürfe von Flöte, Oboe und Fagott. Und der Schlusssatz zeigt ein formales Experiment: Wechsel zwischen dem elegant fließenden Andantino grazioso im 2/4-Takt, das als Ritornell fungiert, und dem Allegro im 3/8-Takt, das Mozart zum Vorstellen neuen motivischen Materials nutzt.

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