Dienstag, 3. Januar 2012

15. Mai

Mozart KV 365 (316a) Konzert für zwei Klaviere

Odyssee 10, 78 - 124

Nach weiteren 6 Tagen kam die Flotte des Odysseus zur laistrygonischen Feste namens Telepylos (Bonifacio). Die Gefährten liefen in den sicheren Hafen zwischen himmelsanstrebenden Felsen ein, der durch zwei überlappende Felsklippen am enggeschlossenen Eingang innen absolut ruhig und geschützt ist. 


Odysseus selbst machte sein Schiff draußen fest und schickte Leute an Land zu Erkundung. Sie gingen zur Stadt und trafen die Tochter des Laistrygonen Antiphates. Diese wies sie zum Palast ihres Vaters, wo sie seine Frau trafen, groß wie ein Berg. Sie erschraken. Der herbeigerufene Antiphates frass sofort einen auf, und als die anderen flohen, erhob sich Geschrei und die Laistrygonen schleuderten überall von den Klippen Steine auf die unten liegenden Schiffe, zertrümmerten Leute und Boote; andere Gefährten spiessten und frassen sie auf. 

Mozart wird zwar nicht mit Steinen beworfen, aber der Drohbrief des Vaters bewirkt, dass er sich auf den Weg macht - in einer Kutsche des Reichsprälaten Cölestin Angelprugger, den er in Mannheim kennen lernte, fährt er den Neckar entlang nach Heilbronn und weiter über Schwäbisch Hall, Dinkelsbühl nach Kaisheim bei Nördlingen, wo er bis Weihnachten als Gast des Reichsprälaten im Kloster  wohnt.
















Leopold Mozart
Auf der Post in München, wo Mozart am zweiten Weihnachtstag eintrifft, liegt ein weiterer erboster Brief des Vaters, der seinen trotzigen Zorn erweckt.

Die erpresste Heimkehr nach Salzburg in die Obhut dieses Vaters, der in allem recht behielt und gegen dessen Lebensanschauung kein Argument als das von Erfolg und gesellschaftlicher Akzeptanz Bestand hat - wird für den erfolglosen Amadé zum Alptraum werden.   
Er schiebt die Rückkehr noch zwei Tage hinaus, aus Augsburg lässt er sein Bäsle
anreisen, dem Vater lügt er Tränen der Betrübnis vor.
An Silvester 1778 schreibt Mozart  ihm:
"da ist kein sterblicher auf den gantzen Erdboden der nicht manchemal träumet! - allein, lustige
träume! - ruhige träume, erquickende, süße träume! - das ist es; - träume, die, wenn sie wircklich wären, mein mehr traueriges als lustiges leben, leidentlich machen würden." 

In seinem Es-Dur-Konzert von Anfang 1779, das Amadè für sich und seine Schwester schreibt, verarbeitet er musikalische Eindrücke, die er in Mannheim (dynamische Kontraste) und Paris (die Form des Gruppenkonzerts) gewonnen hat. Mozart nutzt die drei konzertierenden Klangkörper – die beiden Klaviere und das um zwei obligate Fagotte erweiterte Orchester – zu einem Wechselspiel der musikalischen Gedanken. Schon der 1. Satz besticht gerade in seiner Regularität durch die raffinierte Verschränkung der vielen Motive und Themen. Auch im idyllischen 2. Satz mit seinem innigen Dialog der Klaviere zu dezent begleitendem Orchester weist die selbständige Rolle der sechs Bläser auf ihre konzertierende Funktion in späteren Klavierkonzerten (seit KV 450) voraus. 








KV 365: Allegro
KV 365: Andante
KV 365 Rondo. Allegro
















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