Dienstag, 3. Januar 2012

3. Mai

Mozart KV 301 (293a) Sonate für Klavier und Violine

Odyssee 9, 193 - 230

Odysseus erzählt in Korfu weiter von den Kyklopen:
Er wählte zwölf der tapfersten Gefährten aus, die anderen sollten am Ufer warten, das Schiff bewachen. In der Grotte fanden sie eine stattliche Schafzucht, Molke, Milch und Käse. Die Gefährten rieten, nur Käse, Zicklein und Lämmer  mitgehen zu lassen und und schleunigst zurück zu segeln. Odysseus wollte - ihr Verhängnis - den Bewohner der Höhle sehen.

In Mannheim 1777 bahnt sich das Verhängis zwischen Vater Leopold und Sohn Amadé an. Geld und Ehre, die Vater Leopold von Brief zu Brief anmahnt, formen sich in Wolfgangs Ohren zur penetranten Dissonanz. Amadé hat in der Welt mehr erfahren, als man ihm zutraut und schöpft aus dieser Erfahrung mehr als die Erkenntis, dass Anpassung und Gehorsam auf goldenen Boden gründen. Die väterliche Dauerermahnung  beanwortet der 22jährige Künstler mit Ironie:




"Ich johannes Chrisostomus Amadeus Wolfgangus sigismundus Mozart giebe mich schuldig, daß ich vorgestern, und gestern — auch schon öfters — erst bey der nacht um 12 uhr nach haus gekommen bin; und daß ich von 10 uhr bis zur benennten stund beim Canabich, in gegenwart und en Compagnie des Canabich, seiner gemahlin und dochter, Herrn schazmeister, Raam, und Lang, oft und -- nicht schweer, sondern ganz leichtweg gereimmet habe: und zwar lauter Sauereyen, nemmlich, vom Dreck, scheissen und arschlecken und zwar mit gedancken, woarten und -- aber nicht mit wercken. ich hätte mich aber nicht so gottloß aufgeführt, wenn nicht die Rädl-führerin, nemlich die sogenante lisel - Elisabeth Cannabich - nicht gar so sehr darzu annimiret und aufgehezt hätte; und ich muß bekennen daß ich ordentlich freude daran hatte, ich bekenne alle diese meine sünden und vergehungen von Grund meines herzen, und in der hofnung sie öfter bekennen zu dürfen, nimm ich mir kräftig vor, mein angefangenes sündiges leben noch immer zu verbessern; darum bitte ich um die heilige dispensation, wenn es leicht seyn kann; wo nicht, so gilt es mir gleich, denn das spiell hat doch seinen fortgang."

Anfang 1778, über ein Jahrzehnt nach der Veröffentlichung seiner im Kindheitsalter komponierten Violinsonaten, wendet sich Amadé wieder dieser Besetzung zu. Die Sonate G-Dur, ursprünglich für Flöte konzipiert, arbeitet er um, die Satzfolge behält er bei: Dem galanten Allegro con spirito folgt ein Allegro. Eine Neuerung ist die nunmehr gleichberechtigte Rolle von Violine und Klavier.














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