Dienstag, 3. Januar 2012

8. Mai

Mozart KV 310 (300d) Klaviersonate a-Moll

Odyssee 9, 375 - 413

Odysseus schildert in Sparta die Blendung des Polyphem.
Wie die Gefährten dem Riesen die glühende Ölbaumknüttelspitze ins Auge bohrten, daran drehten und wie dieser vor Schmerzen tobte, mit Zetergebrüll die andern Kyklopen rief. Sie drängten sich um die Höhle und wollten wissen, was ihm geschah.
Da antwortete Polyphem:
"N i e m a n d    würgt mich arglistig ihr Freunde!"
"Wenn dir denn keiner Gewalt antut in der einsamen Höhle: Gegen Schmerzen, die Zeus dir schickt, ist kein anderes Mittel:
Flehe zu deinem Vater, dem Meerbeherrscher Poseidon!"
So sprachen die Kyklopen und gingen.



Polyphem hat den Verlust seines Augenlichts zu beklagen, Mozart den plötzlichen Tod seiner Mutter. Die a-moll Sonate, ein düsteres Werk, entsteht 1778 in Paris, wo Amadé unter mangelndem Erfolg leidet. a-Moll steht für Hoffnungslosigkeit. In den Rahmensätze verlässt Mozart den Mollbereich nur selten. Auch mit dem Zusatz "maestoso" verhindert er eröffnenden Allegro das Aufkommen heiterer Geläufigkeit.
Im 1. Satz ist die Symbolik "es geht abwärts" unüberhörbar in der Begleitstimme, die immer weiter nach unten geht bis zum Tiefstpunkt, während die Melodie weiterhin ihr marschiges Thema durchzieht.

 Selbst den lyrische 2. Satz in F-Dur trübt der Komponist durch eine ausgedehnte Mollpassage. Rastlos gibt er sich im abschließende Presto - auch dieses endet nicht - wie Odysseus' Abschied von Polyphem - nicht in versöhnlichem Dur, die Verzweiflung ist wieder zu hören.


KV 310 1. Allegro maestoso
KV 310 2. Andante cantabile con espressione und
KV 310 3. Presto










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