Dienstag, 3. Januar 2012

24. Juni

Mozart KV 401 (375e) Fuge für Klavier zu vier oder zwei Händen

Odyssee 12, 201 - 233

Odysseus erzählt von Skylla und Charybdis.
Auf der Weiterfahrt vernahmen sie plötzlich fernes Getöse, sahen Nebel und gewaltige Wogen. Vor Schreck hörten die Freunde zu rudern auf, er machte ihnen Mut, schlimmer als bei Polyphem könne es nicht werden. Sie sollten schnell rudern, der Steuermann solle weg vom Nebel auf den anderen Fels zuhalten. Von Skylla sagte er nichts, um sie nicht zu ängstigen, er selbst mißachtete den Rat Kirkes, bewaffnete sich mit zwei Lanzen und stieg auf das Vordeck. Aber nirgends war Skylla zu sehen, so angestrengt er auch spähte.



Ebenso angestrengt, wie Odysseus nach Skylla späht, mühen sich Forscher um die Fuge Fuge g-moll, ein Fragment Amadés, von Stadler ergänzt, und bringen Einiges ans Licht:
Wann ist sie entstanden (nach Handschriftenvergleich wohl 1773)?  Ist der ungemein dicht und streng gearbeitete Satz für eine zwei- oder vierhändige Wiedergabe gedacht?
Das zunächst abwärts-, dann aufwärtsstrebende zweitaktige Thema ist eng mit Bachs Thema der Fuge in b-moll des »Wohltemperierten Klaviers« I und dem ersten Kontrapunkt der »Kunst der Fuge« verwandt. Die ernste, ganz im alten Stil geschriebene Fuge, die auch chromatische Kontrapunkte einführt, zeichnet sich in Analogie zu manchen barocken Kompositionen durch einen zentrierten, um eine Mittelachse gruppierten Aufbau aus; denn in Takt 46 (die exakte numerische Mitte ist wegen der ergänzten Schlußtakte nicht zu bestimmen) lässt Mozart das Thema in der Tenorstimme erstmals in der Umkehrung erklingen und verwendet von nun an in den weiteren Durchführungen beiderlei Gestalt, um am Ende wieder zur Originalform zurückzukehren.

KV 401
KV 401 (Orgel)












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