Dienstag, 3. Januar 2012

27. Juni

KV 383 Arie für Sopran "Nehmt meinen Dank, ihr holden Gönner!"
                            
Odyssee 12, 294 - 324

Odysseus erzählt weiter von seiner Irrfahrt:
Er ist vor Sizilien und die Gefährten wollen unbedingt anlegen. Odysseus ließ sie schwören, dass keiner ein Rind oder ein Schaf an Land erschlage. Sie landeten in einer Bucht, wo es Wasser gab und richteten ihr Nachtmahl. Dann gedachten sie trauernd der von Skylla gefressenen Kameraden und schliefen ein. Zur Zeit der dritten Nachtwache kam ein füchterlicher Sturm, im Morgengrauen verholten sie das Schiff in eine Grotte und Odysseus bat sie wieder, alle Rinder und Schafe zu schonen, es seien des Gottes Helios' Herden, man habe noch genug Proviant, und sie gehorchten.  



Ebenso wie die Gefährten des Odysseus sich - vorerst - in ihr Schicksal fügen, so hält es auch Mozart.
Er deckt den Musikbedarf der vornehmen Gesell­schaften in Wien und schwimmt zeitweise in einer Strömung mit, die ihn finanziell über Wasser hält, seinen künstlerischen An­spruch jedoch absinken läßt. Seine Lieder gehen über heitere, melancholische Literaturpflege nicht hinaus, wie es die Salons jener Zeit erwarten. Ihre Empfindsamkeit beruht auf dem Ideal der Selbstbescheidung, die keine Konflikte kennt. Von Nehmt meinen Dank , ihr holden Gönner! ist der Textdichter unbekannt, Amadé schreibt die Arie für Aloysia Lange, geb. Weber, seine künftige Schwägerin, in die er sich in Mannheim verliebt hatte.
Zu welcher Veranstaltung das Lied erklang, ist unbekannt.


Nehmt meinen Dank, ihr holden Gönner!
So feurig, als mein Herz ihn spricht,
Euch laut zu sagen, können Männer,
Ich, nur ein Weib, vermag es nicht.
Doch glaubt, ich werd' in meinem Leben
Niemals vergessen eure Huld:
Blieb' ich, so wäre mein Bestreben,
Sie zu verdienen, doch Geduld!

Von Anbeginn war stetes Wandern
Der Musen und der Künstler Los:
Mir geht es so, wie allen andern,
Fort aus des Vaterlandes Schoß
Seh' ich mich von dem Schicksal leiten.
Doch glaubt es mir, in jedem Reich,
Wohin ich geh' zu allen Zeiten
Bleibt immerdar mein Herz bei euch.













.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen