Dienstag, 3. Januar 2012

30. Juni

Mozart KV 389 (Anhang 384) Duett für zwei Tenöre
                                                   "Welch ängstliches Beben"

Odyssee 12, 384 - 414


Odysseus erzählt weiter, was auf Trinakria geschah.
Von Kalypso hörte Odysseus später, dass Zeus dem Sonnengott Helios  versprach, Odysseus' hurtiges Schiff mit einem flammenden Blitz zu treffen und es mitten auf dem dunklen Meer zu zertrümmern. 
Die Gefährten verspeisten sechs Tage lang das Fleisch der geschlachteten Rinder, Odysseus schalt sie, am siebten Tag legte sich der Wind, sie ließen das Schiff zu Wasser, hissten die Segel und gewannen das offene Meer. Als sie ohne Landsicht waren, zogen dunkle Wolken und Westwind mit Regen auf. Wanten und Rigg brachen, der stürzende Mast erschlug den Steuermann, der über Bord fällt.



Odysseus hatte ähnliche Stimmungen wie Belmonte vor dem Serail.
Amadé komponiert KV 389 1782 in Wien als Duett zwischen Belmonte und Pedrillo für die Oper Die Entführung aus dem Serail als Vorspann zur Befreiungsszene.
Zitat aus dem Köchelverzeichnis: "Unter dem musikalischen Nachlaß Mozart's befanden sich auch verschiedene Brouillons aus seiner Oper »Die Entführung aus dem Serail«. Bei wiederholt vorgenommener Revision sämmtlicher Manuscripte schien das vorliegende Duett zwischen Belmont und Pedrillo mir historisch zu interessant, um nicht endlich der Vergessenheit entrissen zu werden. Es war ursprünglich bestimmt, kurz vor der Befreiungsscene in besagter Oper benutzt zu werden. Der Componist legte es jedoch später auf die Seite, und schaltete dagegen einen kurzen Dialog und die bekannte Romanze Hmoll ein... — Höchst wahrscheinlich rührt der Text, oder doch ein Theil desselben, von Mozart selbst her, namentlich die komischen Reime im Gesänge Pedrillo's, worin der Componist bekanntlich eine große Fertigkeit besaß..."

KV 389


BELMONTE
Welch ängstliches Beben,
Welch sehnliches Streben,
Welch feurig Verlangen
Zittert durch mein ganzes Blut!
Wie vom Sturm daher geschleudert,
Furcht' und hoff ich Tod und Leben.
O! wer kann mir Ruhe geben,
Ach! wer lindert meinen Schmerz?


PEDRILLO
Alles ruhig, alles stille,
Jeder liegt auf seinem Ohre,
Und die Wach' ist schon hinein.


BELMONTE
Ha! so komm, sie zu erretten,
Denn geängstct wie in Ketten
Schlägt mein krankes Herz für sie.
Komm, laß uns eilen
Sie zu erretten,
Bester Pedrillo!


PEDRILLO
Nicht so gschwinde,
Nur nicht so hitzig,
Ach, nur gemach.
Erst sing' ich mein Liedchen,
Hm, hm, hust' ich darein.
Dann hol' ich die Leiter,
Husch, husch! sind wir hinein.


BELMONTE
Zaudre nicht länger,
Laß mich sie befrein.


PEDRILLO
Ach, nur gemach!
Lieber Herr, das kann nicht sein.
Ha! jetzt ist es Mitternacht.
Stellen Sie sich auf die Wacht
Dort im Rosmaringesträuche,
Damit niemand uns beschleiche.

Nun, du liebe Mutter Nacht,
Nimm mich unter deinen Mantel,
Geht es schief mit unserm Handel,
Husch ich wie ein Blitz davon.
Sollte man uns attrapieren,
Ging es an ein Strangulieren,
Hülf gar kein Kapitulieren.


Weh, o weh, des Bassa Wache!
O wie schrecklich seine Rache!
Weh, o weh, wir wär'n dahin,
Gut, daß ich so tapfer bin!










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