Dienstag, 3. Januar 2012

7. Juni

KV 369 Szene und Arie für Sopran "Misera, dove son!"
                                                             "Ah! non son io che parlo"

Odyssee 11, 328 - 353

Odysseus schließt in Korfu bei den Phäaken seinen Bericht mit dem Besuch im Hades.
Die Fürstin Arete ergreift nach langem staunenden Schweigen der Zuhörer das Wort. Sie fordert zu Geschenken an Odysseus auf. König Alkinoos bittet dann Odysseus,  noch bis morgen zu bleiben, damit er die Geschenke herrichte.

Antonio Pietro Metastasio - Hofdichter (poeta Cesareo) in Wien
Sie alle, die Seelen der Toten im Hades, haben die Szene und Arie Fulvias auf den Lippen, die singt von den griechischen Gestaden, die so reich an tragischen Geschehnissen sind ...
KV 369 gehört in die Zeit des Idomeneo (München 1781). Amadé wählt wiederum einen Text Pietro Metastasios aus 'Ezio' (Akt III, Szene 12). "Misera, dove son!" - "Ah, non son io che parlo" ist von bemerkenswerter Knappheit gekennzeichnet.

KV 369


Szene
FULVIA
Misera, dove son! L'aure del Tebro
Son queste ch'io respiro?
Per le strade m'aggiro
Di Tebe e d'Argo; o dalle greche sponde
Di tragedie feconde,
Le domestiche Furie
Vennero a questi lidi,
Della prole di Cadmo e degli Atridi?
Là d'un monarca ingiusto
L'ingrata crudeltà m'empie d'orrore;
D'un padre traditore
Qua la colpa m'agghiaccia;
E lo sposo innocente ho sempre in faccia.
Oh immagini funeste!
Oh memorie! oh martiro!
Ed io parlo, infelice, ed io respiro?


Arie
Ah! non son io che parlo,
E il barbaro dolore,
Che mi divide il core,
Che delirar mi fa.

Non cura il ciel tiranno
L'affanno in cui mi vedo:
Un fulmine gli chiedo,
E un fulmine non ha.



Ich Elende, wo bin ich? Sind dies die Lüfte
des Tiber, die ich atme? Irre ich in den
Straßen von Theben und Argos umher?
Oder sind von den griechischen Gestaden,
die so reich an tragischen Geschehnissen sind,
die heimischen Furien
des Cadmier- und Atridengeschlechts
zu unseren Stranden gelangt?
Hier erfüllt mich eines ungerechten Monarchen
undankbare Grausamkeit mit Schaudern!
Die Schuld des verräterischen Vaters
läßt mich erstarren.
Und den unschuldigen Bräutigam
habe ich stets vor Augen. Oh, leidvolle Bilder!
Oh Erinnerungen! Oh Qual!
Und ich spreche noch, ich Unglückliche, und ich atme noch?


Ach, nicht ich bin es, die hier spricht.
Es ist der furchtbare Schmerz,
der mir das Herz zerreißt,
der mich rasen macht.
Den grausamen Himmel kümmert
der Schmerz nicht, in dem ich mich befinde.
Ich wünsche mir von ihm einen Blitzstrahl,
doch er gewährt mir keinen.















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