Dienstag, 3. Januar 2012

1. Juli

Mozart KV 388 (384a) Serenade "Nacht Musique"

Odyssee 12, 415 bis Ende

Odysseus erzählt weiter, wie Zeus sie für die Tötung der Rinder des Sonnen-gottes Helios auf Trinakria bestrafte. 
Das Schiff zerbrach, der Sturm spülte seine Genossen über Bord, sie ertranken, Odysseus alleine gelang es, mit dem ochsenledernen Rahfall Kiel und Mast zu einem Rettungsfloß zusammenzubinden. Der Westwind drehte auf Süd, trieb ihn zurück zu Skylla und Charybdis. Er konnte sich im Geäst eines Feigenbaums festklammern, wie eine Fledermaus hing er dort und wartete, dass die Flut kentert. Als das Floß zurückgetrieben kam, ließ er sich fallen und paddelte mit den Händen fort. Neun Tage trieb er auf dem Meer -den Rest, wie er auf Korfu bei den Phäaken strandet,  hat er schon erzählt. 



Zum - vorläufigen - Ende der Irrfahrt auf Korfu spielen wir die "Nacht Musique" Mozarts mit der angemessenen Dramaturgie „durch Nacht zum Licht“ von c-moll zu C-Dur - wohl sicher erst in der Tonartenästhetik des 18. Jahrhunderts ihr zugeschrieben. Formal reduziert Amadé seine 1782 in Wien komponierte Serenade KV 388 auf vier Sätze:
Ein Allegro im Sonatensatz mit breitem Spektrum an thematischem Material eröffnet die Serenade. Im Andante-Satz knüpft Amadé an den empfindsamen Charakter des Seitensatzes an, im Menuett und Trio arbeitet er mit streng kanonischer Führung und steigert den Kanon im Menuett zu einem Doppelkanon im Trio.





So genau wissen wir nicht, für wen und welchen Anlass Mozart die Serenade komponiert. Möglicherweise für die Hauskapelle des Fürsten Alois Joseph Liechtenstein vor ausgesuchtem Kreis von Kennern und Liebhabern. Der musikalische Gesamtcharakter will sich der Vorstellung festlicher Unterhaltungs-Freiluftmusik keinesfalls fügen. Sie steht im Gegensatz zu seinen anderen Serenaden im düsteren c-moll, Tonart der Gegensätze und aggressiven Unisonos und lyrischen Wendungen, wobei hier — zumal im ersten Satz — die finsteren Momente durchaus überwiegen (Odysseus in Seenot!). Der zweite Satz ist im Ton freundlicher, er steht in Es-dur, doch ist der musikalische Satz derart dicht gearbeitet, dass ungeteilte Aufmerksamkeit zum Verständnis notwendig ist (Odysseus im Feigenbaum). Ungewöhnlich sind Menuett und Trio, bewußt kontrapunktisch gestaltete Stücke, was Mozart in den Satzüberschriften »Menuetto in canone« und »Trio in canone al roverscio« unmißverständlich anmerkt. Im Schlußsatz, einem Variationensatz, löst Mozart erst in der letzten Variation die Musik vom schweren c-moll und endet in strahlendem C-dur. Mozart hat das Werk später zum Streichquintett KV 406 (516b) umgearbeitet.

KV 388: 1. Allegro
KV 388: 2. Andante
KV 388: 4. Allegro












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