Dienstag, 3. Januar 2012

20. Juli

Mozart KV 421 (417 b) Streichquartett Nr. 15 d-Moll

Odyssee 14, 121 - 147

Bettler/Odysseus unterhält sich mit Eumaios dem Schweinehirten.
Dieser erklärt ihm, dass oft Landstreicher daherkämen und so täten, als wüssten sie etwas vom verschollenen Fürsten, um von der trauernden Gattin  bewirtet zu werden. Er solle flink so ein Märchen erfinden, um sich ein Gewändlein zu verdienen. Er sei sich sicher, dass sein Fürst längst tot sei, was ihm tiefsten Schmerz bereite, er sei der gütigste Herr gewesen, ihm trauere er mehr nach als seinen eigenen Eltern. Er nenne keine Namen, er nenne ihn Trauter, auch wenn er weit weg sei. 

Auch Haydn war ein Trauter Amadés.
Und auch Mozart ist - wie der Hirte Eumaios - emotional aufgewühlt in seinem Quartett.




Wie im Haydn-Modell setzt Mozart das einzige Moll-Quartett an zweite Stelle des Zyklus. Satztechnisch eher schlicht, eröffnet er es in d-Moll, Mozarts Tonart für Schwermut, Schmerz und Leiden, Raum für expressive Emotionalität, die sich auch im ungewöhnlichen Umfang der Themen von über zwei Oktaven zeigt. Überraschende Kontraste bietet uns der Komponist im dritten Satz: Ein schroffes Menuett mit ganz wienerisch-serenadenhaftem Trio. Unvermutet beendet Mozart sein Quartett mit einem Variationen-Satz
über ein Siciliano in D-Dur.


(Nach Constanze komponierte ihr Mann das Quartett während ihrer ersten Entbindung am 17. Juli 1783)











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