Dienstag, 3. Januar 2012

25. Juli

Mozart KV 429(468a) Kantate "Dir, Seele des Weltalls"

Odyssee 14, 281 - 313

Bettler/Odysseus erzählt - unerkannt - dem Eumaios sein angebliches ägyptische Abenteuer, wo er 7 Jahre blieb und Güter sammelte. Dann kam ein phönikischer Betrüger, der ihn nach Libyen lockte, wo er ihn verkaufen wollte. Zeus schickte ein Gewitter, das Schiff sank und die Besatzung ertrank. Er selbst rettete sich an den Mast klammernd. 
 

                       

Sind die Freimauer ein Strohhalm, an die sich Mozart klammert?

Mozart sucht im Kreis seiner Gönnerin Gräfin Thun die Bekanntschaft mit dem
Hofrat Joseph von Sonnenfels, der in seinen »Briefen über die Wienerische Schaubühne« für ein bürgerliches Theater eintritt, dessen Stoffe die Identifikation des Zuschauers mit dem Schicksal der Bühnenfiguren fern jeder heroisch-erhabenen Gebärde gewährleisten soll.
Mozart erinnert sich an die Pariser Gespräche im Haus der Madame d'Epinay, debattiert mit Sonnenfels über ästhetische und weltanschauliche Fragen und die abzuleitenden Forderungen an die Kunst. Forderungen, die der Freimaurer Sonnenfels aus seinem Glauben an die Weltordnuiig des Guten zieht, aus der brüderlich-menschlichen Gesinnung, die weder nach Konfession noch Stand fragt. Dieses idealistische Weltbild entspricht Mozarts Verständnis von Humanität mehr als jene christliche Heilslehre, deren Dogmen er so unheilvoll als Disziplinierungsmittel seiner irdischen Vorgesetzten erlebt hat. Mozart sucht Befreiung, nicht Erlösung; Güte, nicht Gnade.



Dem Freimaurertum begegnet Amadé zu dieser Zeit in Wien auf Schritt und Tritt, seine Repräsentanten nehmen Schlüsselpositionen in Gesellschaft, Kultur und Wissenschaft ein. Als Mozart am 14. Dezember 1784 in die Loge »Zur Wohltätigkeit« aufgenommen wird, knüpft er daran die Hoffnung, mit der neuen Lobby auch an entsprechende Aufträge heranzukommen.
Die Kantate Dir, Seele des Weltalls für Tenor, dreistimmigen Männerchor und Orchester ist Fragment. Von Mozart selbst stammt nur eine zweiteilige Partiturskizze, der dritte Teil bricht nach 17 Takten ab. Die Kantate stellt eine Hymne an die Sonne dar, wohl für eine öffentliche Feier der Freimaurer geschrieben.
 
KV 429

Dir, Seele des Weltalls, o Sonne,
sei heut' das erste
der festlichen Lieder geweiht!
O Mächtige! ohne dich lebten wir nicht;
von dir nur kommt Fruchbarkeit, Wärme und Licht!
O Sonne! o Mächtige!
O Seele des Weltalls, etc.


Arie (Tenor)
Dir danken wir die Freude,
daß wir im Frühlingskleide
die Erde wieder seh'n;
daß laue Zephiretten
aus süßen Blumenketten
uns Duft entgegenweh'n.

Dir danken wir,
daß alle Schätze spendet
und jeden Reiz verschwendet
die gütige Natur,
daß alle Lust erwachet
und alles hüpft und lachet
auf segenvoller Flur.


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Mozart muss ein gespenstisches Ritual über sich ergehen lassen: Er zieht seine Schuhe aus und legt alle metallischen Gegenstände ab, knöpft sein Hemd auf, damit die linke Brust frei liegt. Er wird in eine dunkle Kammer gesperrt, in der sich Särge und menschliche Überreste stapeln – Knochen und Totenköpfe. Mozart erschrickt. Gruseliger Schauer und erste Zweifel überkommen ihn.
Ein sogenannter „schrecklicher Bruder“ jagt ihm noch mehr Angst ein. Dann lässt er den eingeschüchterten Mozart wieder allein in der finsteren Gruft. Stunden vergehen.
Dann werden ihm auch noch die Augen verbunden. Er wird durch ein Stiegenhaus auf und ab geführt, bis er endgültig die Orientierung verliert. Blind wie ein Maulwurf vernimmt Mozart ein dreimaliges Klopfen, womit für ihn um Einlass in die Loge gebeten wird. Die Tür öffnet sich und er wird in den Raum geführt. Er hört Stimmen. Von hinten und von vorn. Ellenlange Texte werden verlesen. Er weiß nicht, wie ihm geschieht.
Plötzlich spürt er einen Stich bei seinem Herzen. Mozart zittert. Er ahnt nicht, dass ihm ein Dolch an die Brust gesetzt wird. Eine schreckliche Stimme flüstert in sein Ohr: „Schwöre bei deinem Tod, dass du die Geheimnisse der Freimaurerei niemals verraten wirst.“ Mozart schwört. Endlich wird ihm die Augenbinde abgenommen. Nach Stunden der Dunkelheit wird er von gleißendem Licht geblendet. Es ist der hell erleuchtete, nach Osten ausgerichtete Altar der Loge. Auf ihm liegen Bibel, Zirkel und Winkelmaß. Mozart ist „erleuchtet“. In der Freimaurerei gilt der Tod als bester Freund des Menschen. Als Logenbruder ist Mozart auferstanden - wenn auch nur symbolisch.



















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