Dienstag, 3. Januar 2012

5. Juli

Mozart KV 397 (385g) Fantasie für Klavier d-moll

Odyssee 13, 96 - 125

Die Phäaken landen auf Ithaka in der Najadenbucht, ein durch zwei vorspringende Klippen vollkommen geschützter Naturhafen, durch zwei Felsdurchlässe mit dem Land verbunden.
Mit Schwung setzen die Ruderer das Boot auf den Strand, heben den schlafenden Odysseus von Bord und legen ihn im Sand nieder, seine Geschenke verstecken sie abseits unter einem Ölbaum.
Dann legen sie ab und fahren zurück.




Die Mischung aus Trauermusik, Seufzervorhalten, Brillanz und freundlich-heiterer Melodie am Ende der Klavierfantasie Amadés drückt exakt die Emotionen aus, die in Odysseus toben: der König, allein, leidgeprüft, unerkannt, nach Jahrzehnten, von keinem bemerkt, im Schlaf im Morgengrauen, auf der eigenen Insel  ausgesetzt ...

Franz Schubert ist von diesem Werk begeistert, er verwendet es in seiner "Leichenfantasie" (nach Schiller).
Die nur fragmentarisch überlieferte (ergänzt von A. E. Müller) d-Moll-Fantasie schreibt Amadé 1782 in Wien. Er leitet sie im Charakter einer Trauermusik präludienartig mit auf- und absteigenden Akkordbrechungen in Moll ein (Beethovens "Mondschein-Sonate" lässt grüßen), bringt im nachfolgenden Adagio das zentrale Thema, eine leidvolle Melodie, deren Seufzervorhalte bald zu gesteigerter Bewegung führen. Äußerst brillant die drei toccatenartigen Prestokadenzen, den Coda setzt er in freundlich-heiterer Dur-Tonart.













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