Dienstag, 3. Januar 2012

25. August

Mozart KV 453 Konzert für Klavier Nr. 17 G-dur

Odyssee 16, 155 - 186

Eumaios ist zum Palast auf Ithaka aufgebrochen, Odysseus gibt sich seinem Sohn Telemach zu erkennen. 
Pallas Athene, die Göttin, hat nur den Augenblick abgewartet, wo Eumaios die Hütte verlässt. Sie erscheint unter der Tür in Gestalt eines schönen Mädchens, nur Odyseus und den Hunden sichtbar; diese bellen nicht, verkriechen sich winselnd. Dem Odysseus winkt die Göttin: "Jetzt, Odysseus, brauchst du dich nicht länger vor dem Sohne zu verbergen. Beide miteinander möget ihr zum Verderben der Freier in die Stadt eingehen. Ich selbst brenne vor Begierde, sie zu bekämpfen!"
Und die Göttin berührt den Bettler mit ihrem goldenen Stab. Ein Wunder: Mantel und Leibrock umgeben des Helden sich verjüngende Gestalt; sein Wuchs strebt empor, sein Antlitz bräunt sich, die Wangen voller, die Haare dicht, und um das Kinn das gekräuselte schwarze Barthaar.
Als Odysseus wieder in die Hütte eintritt, sieht ihn der Sohn mit Staunen an, glaubt einen Gott zu erblicken:
"Fremdling, du siehst ganz anders aus als vorhin: andre Kleider hast du an, deine ganze Gestalt ist verwandelt; du bist fürwahr einer der Himmlischen! Lass dir opfern und schone uns!"


Das Finale dieses Klavierkonzerts - konzipiert als Variationenform - ist die Begleitmusik zur Verwandlung des Bettlers Odysseus in eine Göttergestalt:  Instrumentalfassung einer Opern-Coda...
1784 schreibt Amadé das Konzert Nr. 17 für seine Schülerin Barbara Ployer. Ein intimes Werk einheitlichen Charakters und reich an Klangnuancen. Im 1. Satz kontrastiert Mozart die zahlreichen Themen nicht, er führt ihn enharmonisch durch. Den zweiten Satz legt er nach dem Sonatenprinzip an und beteiligt alle drei Klangkörper am Licht-Schatten-Wechsel.

KV 453 1. Allegro
KV 453 2. Andante
KV 453 3. Allegrotto - Presto








Ausführliche Analyse Satz 1









Erster Satz (Allegro): Sonaten-Ritornell-Form, G-Dur
Eröffnungsritomell (Takte 1-74): Das Hauptthema (1) erscheint in den Violinen, kommentiert von Flöte und Oboe. Das folgende kurze Tutti führt (man beachte Fagott und Flöte) in ein neues sanft-lyrisches Thema über, das zuerst in den Violinen zu hören ist und dann von den Holzbläserr aufgenommen wird. Darauf folgt eine unvermittelte Modulation nach Es-Dur, doch schon bald kehrt die Musik nach G-Dur zurück, und es erklingen ein kurzes Violinthema sowie ein sehr kurzes Tutti.
Solo-Exposition (Takte 74-170): Nun setzt das Klavier ein, zunächst mit seiner Version vom Hauptthema (1); nach einigen Bravourpassagen und einer Modulation nach D-Dur, der Dominante, stellt es ein neues Thema auf (3) - ein Thema, das dem Solisten vorbehalten bleib: und nie vom Orchester gespielt wird. Die Musik geht jedoch schon bald zum Passagenwerk für das Klavier über, während im Hintergrund ein Holzbläserdialog zu hören ist; dies führt zu den früher gehörten Phrasen für Fagott und Flöte (jetzt Fagott und Oboe) und zu einer Wiederholung von 2, diesmal in D-Dur (zuvor in G-Dur, der Grundtonart des Satzes), und diesmal nehmen die Holzbläser auf, was das Klavier spielt. Eine weitere Bravourpassage für das Klavier führt zu einer kraftvollen Kadenz in D-Dur.

Durchführung (Takte 171-226): Sie beginnt mit einem kurzen Tutti (auf dem Material basierend, das in früheren Tuttis zu hören war); daran schließt sich ein frei gestalteter Teil, in dem der Pianist über den ganzen Bereich der Klaviatur schweift, unterstützt von den Holzbläsern, während Streicher die Harmonien aushalten. Der Satz ist modulatorisch sehr freizügig, kehrt aber (Takt 203) nach e-moll (parallele Molltonart von G-Dur) und weiter zur Grundtonart zurück bis zur...
Reprise (Takte 227-349): Wie am Beginn des Konzerts ist im Orchester das Motiv von 1 zu hören, doch schon bald greift das Klavier ein; dann kehren, wie in der Solo-Exposition, 3 und 2 wieder, allerdings mit vielen kleinen Abweichungen, vor allem in der Instrumen­tation. Nach weiteren Bravourpassagen kehrt die abrupte Modulation nach Es-Dur zurück und kündigt die Solokadenz an - nun kann der Solist allein frei improvisieren, doch da Mozart selbst reizvolle Kadenzen für dieses Werk hinterlassen hat, greifen die meisten Pianisten darauf zurück. Wenn die Kadenz zu Ende ist, folgt ein abschließendes Tutti, das Material aus früheren Tuttis verwendet.
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