Dienstag, 3. Januar 2012

26. August

Mozart KV 453a Kleiner Trauermarsch für Klavier c-moll 

Odyssee 16, 186 - 212

Odysseus hat sich seinem Sohn Telemach zu erkennen gegeben.
"Ich bin kein Gott", ruft Odysseus; "erkenne mich doch, Kind, ich bin ja dein Vater, um den du dich soviel gegrämt hast!"
Die so lange gewaltsam gehemmten Tränen stürzen ihm bei diesen Worten aus den Augen; er eilt auf den Sohn zu, umfängt ihn. Telemach kann es noch immer nicht glauben. 
"Ein böser Dämon täuscht mich, damit ich nur noch tiefer ins Leid versinke. Wie vermag sich ein Mensch aus eigener Kraft so zu verwandeln!" "Ich bin es, der nach zwanzig Jahren in die Heimat zurückkommt, und kein anderer. Das Wunder ist ein Werk der Göttin Athene".
Jetzt erst wagt es der Jüngling, unter heißen Tränen seinen Vater zu umschlingen; in beiden regt sich der lange Gram, sie weinen laut, ihre herzzerreißende Klage tönt wie der Ruf der Vögel, denen man ihre Jungen geraubt, ehe sie flügge geworden.

Und Amadé spielt sein seltsam anmutendes Klavierstück, überschrieben Marche funèbre, del Sign. Maestro Contrapuncto, das er 1784 kompniert.




Den Kleinen Trauermasch widmet Mozart - wie das Klavierkonzert Nr. 17 (KV 453 -->) - seiner Klavier- und Theorieschülerin Barbara Ployer. Er zählt zu den parodistischen Kompositionen Mozarts, worauf schon die Autoren-bezeichnung hindeutet. Im ersten Teil arbeitet Amadé mit grotesken Übertreibungen, im zweiten schlägt er beklemmend ernste Töne an.

KV 453a












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