Dienstag, 3. Januar 2012

8. August

Mozart KV 438 Notturno "Se lontan, ben mio, tu sei"

Odyssee 15, 192 - 223

Telemach auf Heimreise von Sparta und Pylos.
Am zweiten Tage erreichen er und Peisistratos die Stadt Pylos. Telemach bittet seinen jungen Freund, die Stadt nicht betreten zu müssen, weil sein greiser Vater ihn aus lauter Liebe mit Zwang in seiner Wohnung zurückhalten werde, er müsse schleunigst zurück. Peisistratos bringt den Freund geradeswegs an den Strand zum Schiff. Die Genossen besteigen das Schiff, setzen sich auf die Ruderbänke, er selbst steht im Heck am Ruder und bringt seiner Beschützerin Athene unter Gebet ein Opfer dar.

Der Text "Se lontan, ben mio, tu sei" stammt aus Pietro Metastasios 'Strofe per musica', die Begleitung für die drei Stimmen - gesungen am Mittwochabend bei Familie Jacquin (siehe 7. August -->) - besteht aus 2 Klarinetten und 1 Bassetthorn.



Das 1770 erfundene und heutzutage fast ungebräuchliche Bassetthorn lässt sich mit der Altklarinette in F vergleichen. Die besonders warme Klangfarbe, in Verbindung mit den Gesangsstimmen in den Notturni, hatte für Mozart etwas Verführerisches,  er schreibt diese Stücke in einer kammermusikalisch intimen Tonsprache, in seinem gesamten Vokalwerk einmalig.
Und in der Tat, die Melodielinie, die er für jede der drei Stimmen in einem eng begrenzten Register entwickelt, verzichtet auf jegliche Virtuosität. Form (da capo oder zweiteilig) und Stil dieser kurzen Werke bleiben stets schlicht. Die durchaus italienische Stimmung aus Poesie und Sinnlichkeit, die darin zur Geltung kommt, weist bereits voraus auf die Stimmung einiger Nummern in »Cosi fan tutte« (1790).


KV 438

Se lontan, ben mio, tu sei,
Son eterni i di per me:
Son momenti i giorni miei
Idol mio, vicino a te.


Wenn du, Geliebte, fern von mir weilst,
dann sind endlos für mich die Tage.
Zu Augenblicken werden sie,
wenn, Angebetete, du bei mir bist.
















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