Dienstag, 3. Januar 2012

13. September

Mozart KV 475 Fantasie für Klavier c-moll

Odyssee 17, 215 - 246

Odysseus und Eumaios am Stadtbrunnen von Ithaka.
Als der Hirte das wandernde Paar erblickt, fängt er laut zu schimpfen an. "Wahrhaftig, ein Taugenichts führt den andern, und gleich zu gleich gesellt sich gern. Wohin führst du den heißhungrigen Bettler, verdammter Sauhirt, dass er an den Türpfosten müßig stehe und um Brocken bettle?"
Er gibt Odysseus einen Fußtritt. Dieser erwägt, ob er ihm nicht mit seinem Stab einen Streich über das Haupt versetzen sollte, dass er nicht mehr aufstände; aber er bezwingt sich. Eumaios betet zu den Göttern, dass endlich einmal der Held Odysseus heimkehre! Er würde diesem trotzigen Müßiggänger den Übermut bald vertreiben; ist er doch der unbrauchbarste Hirte von der Welt und versteht nichts, als den ganzen Tag in der Stadt herumzulungern!

Im Mai 1785 komponiert Amadé  die Fantasie und stellt sie der im Jahr zuvor entstandenen Sonate in c-Moll KV 457 (siehe 31. August -->) voran. Beide Werke sind Therese von Trattner (1758 – 1793 Tochter des Erbauers des Trattnerhofs am Graben, wo Mozart 1784 wohnt und Abonnementkonzerte gibt) gewidmet.


Trattnerhof
Der Grundcharakter der Fantasie ist ein tragischer und passt zur Szene in Ithaka. Das chromatische Hauptthema gestaltet Mozart nachdenklich, es lebt vom Forte-Piano-Gegensatz. Er schließt einen liedhaft-schlichten Teil in Dur an,  in den er völlig unvermittelt ein mächtig ausholendes Allegro einbrechen lässt. Mit einer wilden Kadenz leitet er zum ruhigen Andantino über, und dann bringt er ein eindringliches Rezitativ als dramatischen Höhepunkt; im letzten Teil kehrt das Hauptthema wieder.

KV 475 1)
KV 475 2)

  F. Gulda















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