Dienstag, 3. Januar 2012

22. September

Mozart KV 485 Rondo für Klavier D-Dur

Odyssee 17, 512 - 542

Eumaios erzählt Penelope vom Bettler.
Drei Tage schon beherbergt er ihn, und seine Berichte entzücken sein Herz, als wären sie das Lied eines Sängers. Er ist von Kreta und mit Penelopes Gemahl, wie er behauptet, durch väterliches Gastrecht verbunden. Und so will er denn auch wissen, daß Odysseus gegenwärtig im Lande der Thesproter lebe und nächstens mit vielem Gut heimkehren werde. Eumaios soll den Fremdling herbeirufen, dass er selber erzähle.
"Diese üppigen Freier! Es fehlt uns nur ein Mann, wie Odysseus war; käme dieser, so würden er und Telemach den Trotzigen bald vergelten!"
Als sie so spricht, niest Telemach im Saale so laut, daß das Gewölbe widerhallt. 
Hat ein Schüler oder eine Schülerin Amadés auch geniest, als er das D-Dur-Rondo 1786 komponiert? Es ist kein virtuoses Werk, aber sehr populär, eben für den Unterricht bestimmt. Mozart stellt das Experiment mit der Form in den Vordergrund, denn KV 485 lässt sich sowohl als monothematischer Sonaten- wie auch als Rondosatz deuten, Ende des 18. Jahrhunderts ein beliebter Kunstgriff.

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