Dienstag, 3. Januar 2012

25. September

Mozart KV 488 Konzert Nr. 23 A-Dur für Klavier und Orchester

Odyssee 18, 1- 31

Odysseus und der Bettler Iros.
Ein berüchtigter Bettler aus der Stadt tritt auf, ein ungeheurer Vielfraß, groß von Gestalt, aber ohne alle Leibeskraft, genannt Iros. Die Eifersucht führte ihn herbei, er hat von einem Nebenbuhler gehört, und so kommt er, den Odysseus aus seinem eigenen Hause zu vertreiben.
"Weiche von der Türe, Greis; siehst du nicht, wie mir alles mit den Augen zuwinkt, dich am Fuß hinauszuschleppen? Geh freiwillig und zwinge mich nicht dazu!" 
Odysseus: "Die Schwelle hat Raum für uns beide. Du scheinst mir arm zu sein wie ich. Beneide mich nicht, wie ich selbst dir deinen Anteil gönne. Reize meinen Zorn nicht, und fordere mich nicht zum Faustkampf heraus: so alt ich bin, so möchten dir doch bald Brust und Lippen bluten, und das Haus dürfte morgen Ruhe vor dir haben."
"Was schwatzest du da, Fresser, was plauderst du wie ein Hökerweib? Ein paar Streiche von mir rechts und links sollen dir Backen und Maul zerschmettern, dass dir die Zähne auf den Boden fallen wie aus einem Schweinsrüssel. Hast du Lust, es mit einem Jüngling aufzunehmen, wie ich einer bin?"



Wie die Szene zwischen Odysseus und Iros in nuce den Charakter der Odyssee und ihres Haupthelden offenbart, so zeigt Mozarts A-Dur-Konzert Nr. 23eines  seiner populärsten   Klavierkonzerte (mit KV 482, 488 und 491 das einzige, in denen  er Klarinetten vorschreibt - alle drei im Winter 1785/86 komponiert, also unmittelbar vor der Aufführung von "Le nozze di Figaro") Amadés Klavierkonzert in Reinkultur. Mit fünf Holzbläsern, zwei Hörnern und Streichern vergleichsweise bescheiden besetzt, steht es in der Tradition der kammermusikalischen Konzerte des Jahres 1784 wie z. B. KV 450 -->.
Der erste Satz zeigt durch die fast gleichen Längen der Abschnitte die Ausgewogenheit des ganzen Konzertes besonders deutlich; er enthält eine von Mozart selbst ausgeschriebene Solokadenz. Der Siciliano-Rhythmus, die Tempobezeichnung Adagio und die ungewöhnliche Tonart fis-Moll verleihen dem zweiten Satz seine besondere Wirkung.
Der niederländische Schriftsteller 

Maarten ’t Hart
bekennt, beim Anhören der Klavierkonzerte bekennender Mozartianer geworden zu sein. Er schreibt:
"Wenn man einen Menschen für Mozart begeistern will, sollte man zu den Klavierkonzerten greifen. Auch Nichtkennern gefällt die Musik, und darum ist sie so gut dazu geeignet, empfängliche, aber unbeschriebene Seelen für Mozart zu gewinnen. Man kann sich kaum vorstellen, wie ein Mensch binnen eines Monats (März 1786) zwei so unterschiedliche Werke wie KV 488 und KV 491 komponieren konnte. KV 488 in A-Dur ist unübertroffen. Einmal stritt ich mich mit meiner Mutter.
Ich sagte, die Engel im Himmel spielten bestimmt KV 488. Sie erwiderte, nichts auf Erden sei ohne Sünde, also auch die Musik Mozarts nicht, und deshalb werde auch kein Mozart im Himmel gespielt.
Dass ich mich unter diesen Umständen nicht danach sehnte, in den Himmel zu kommen, behielt ich lieber für mich.

Wenn es überhaupt einen Beweis für die Existenz einer besseren Welt, die Existenz einer Art von Himmel gibt, dann dieses Klavierkonzert von Mozart. Darin wird uns auf jeden Fall mehr »Wahrheit« offenbart als in allen Büchern der Bibel zusammen."


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