Dienstag, 3. Januar 2012

30. September

Mozart KV 492 Le Nozze: Cavatina Se vuol ballare 

Odyssee 18, 169 - 205

Penelope will zu den Freiern.
Die alte vertraute Schaffnerin billigt ihren Entschluß: "Aber bade und salbe dich zuvor, und alsdann zeige dich den Freiern."
Penelope, kopfschüttelnd: "Mute mir das nicht zu, gute Alte; alle Lust, mich zu schmücken, ist mir vergangen, seit mein Gemahl mit seinen Schiffen gen Troja fuhr. Aber rufe mir meine Dienerinnen Autonoe und Hippodameia, daß sie im Saale mir zur Seite stehen; denn unbegleitet zu den Männern hinabzugehen, verbietet mir ja die Scham."
Athene lässt Penelope schlummern, verleiht ihr überirdische Schönheit; das Gesicht wäscht sie mit Ambrosia, womit sich Aphrodite zu salben pflegt, wenn sie mit den Charitinnen den Reigen führen will; ihren Wuchs macht sie höher und voller; ihre Haut lässt sie wie Elfenbein schimmern. Die Mägde kommen, Penelope erwacht:
"Ei wie sanft habe ich geschlafen, möchten mir die Götter nur auf der Stelle einen so sanften Tod senden, daß ich mich nicht länger um meinen Gemahl härmen und im Hause Kummer ausstehen müsste!" 


Amadés Musik ist - wie die Odyssee - nicht einfach jederzeit „schön“, sondern enthält ebenfalls viel Psychologie und subtilen Humor. Er beginnt bereits in der ersten Szene zwischen Figaro und Susanne, setzt sich in den Figuren des Pagen Cherubino und den auf ihn bezüglichen Arien fort und bestimmt alle Arien und Ensembles mit den Figuren aus der italienischen „Commedia dell'arte“, Dr. Bartolo, Marcellina, Basilio und Don Curzio. Aber auch der Graf selbst, und natürlich Figaro, werden in der Musik psychologisch und subtil humorvoll charakterisiert.

 
Die Handlung der Oper Le Nozze di Figaro ist die direkte Fortsetzung von Beaumarchais’ Theaterstück "Le Barbier de Séville". Rosina ist nun die Gräfin Almaviva; ihr Mann bemüht sich um die Liebe von Susanna, der Verlobten Figaros. Als er den Pagen Cherubino bei der Gräfin entdeckt, versucht er ihn loszuwerden, indem er ihm ein Offizierspatent verschafft. Figaro ist in den Dienst des Grafen getreten und trifft gerade die Vorbereitungen für seine Hochzeit mit Rosinas Kammermädchen Susanna. Die Rolle des Cherubino ist eine Hosenrolle – von einer Frau gesungen.
Figaro, der Diener des Grafen, und Susanna, das Kammermädchen der Gräfin, treffen für ihre Hochzeit, die an diesem Tag stattfinden soll, die letzten Vorbereitungen. Susanna erzählt, daß der Graf ihr nachstelle; Figaro will die Herausforderung annehmen; aber er ist in arger Bedrängnis. Denn Marcellina hat ihm früher einmal Geld geliehen, unter der Bedingung, daß er sie heiraten müsse, falls er die Schulden nicht begleichen könne. Sie erscheint mit Dr. Bartolo, der seine Haushälterin Marcellina nur zu gerne loswerden möchte: beide fordern die Einhaltung des Eheversprechens. Susanna spürt in Marcellina die Rivalin und gerät mit ihr in ein Wortgefecht. Da erscheint plötzlich der Page Cherubino und bittet Susanna um Beistand: Der Graf will ihn entlassen, weil er ihn bei einem Stelldichein mit Barbarina, der Gärtnerstochter, erwischt hat; Cherubino jedoch möchte unter allen Umständen in der Nähe der Gräfin bleiben. Als der Graf ins Zimmer tritt, versteckt er sich und wird Zeuge, wie Almaviva um Susanna wirbt. Doch muß sich auch der Graf verstecken, denn Basilio erscheint und macht Andeutungen über Cherubinos Schwärmereien. Wütend kommt der Graf hinter dem Sessel hervor und entdeckt schließlich Cherubino im Lehnstuhl, wo er sich unter einem Kleid verborgen gehalten hat. Figaro führt Burschen und Mädchen ins Zimmer, die dem Grafen für seinen Verzicht auf das alte 'jus primae noctis' danken. Cherubino wird begnadigt, muß aber das Schloß verlassen und eine Offiziersstelle im Regiment des Grafen antreten.


Triumphe feiert der Figaro in Prag, wo dieser Erfolg Anlass für den Auftrag zu Don Gionavanni wird.
Um die Protagonisten Susanna und den Grafen Almaviva scharen sich acht weitere Geprellte und Intriganten, Mozart auch in großen musikalischen Ensembles zu Wort kommen lässt.
Selbst seine ärgsten Kritiker geraten ins Staunen über Amadés Kunstfertigkeit, mit der er sieben Personen gleichzeitig ihre unterschiedlichen Anliegen vortragen lässt, ohne die einzelnen Charaktere zu verwischen und wie er das Orchester dabei auch noch zu Kommentaren anregt ...





FIGARO
Se vuol ballare,
Signor Contino,
Il chitarrino
Le suonerò
Se vuol venire
Nella mia scola,
La capriola
Le insegnerò.

Saprò... ma piano,
Meglio ogni arcano
Dissimulando
Scoprir potrò.

L’arte schermendo,
L’arte adoprando,

Di qua pungendo,
Di là scherzando,

Tutte lemacchine
Rovescierò.



FIGARO
Wollt Ihr nun tanzen,
Mein lieber Herr Graf,
Die Gitarre dazu.
Spiel ich Euch auf.
Wollt Ihr kommen,
Bei mir zu lernen,
Die Sprünge
Werd’ ich Euch lehren.
Ich weiß ... aber sacht,
Durch Verstellung
Kann ich leichter
Jedes Geheimnis enthüllen.
Mal im Angriff,
Mal in der Abwehr,
Dort stichelnd,
Da scherzend,
Werde ich alle Pläne
Durcheinander wirbeln.













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