Dienstag, 3. Januar 2012

6. September

Mozart KV 467 Konzert für Klavier Nr. 21 C-dur

Odyssee 17, 1 - 30

Telemach macht sich am Morgen auf zum Palast, um seine Mutter Penelope zu sehen.
Eumaios befiehlt er:  "Alter, ich muss jetzt nach der Mutter sehen. Du selbst komm nach mit diesem armen Fremdling, dass er sich in den Häusern umher seine Brosamen und seinen Wein erflehe; ich kann unmöglich aller Welt Last auf mich laden und habe genug an meinem eigenen Kummer zu tragen. Hält sich der Greis dadurch für beleidigt, desto schlimmer für ihn!"
Odysseus, sich über die geschickte Verstellung seines Sohnes im Herzen nicht genug wundernd:
"Lieber Jüngling, ich selbst begehre nicht länger hierzubleiben; ein Bettler bringt sich in der Stadt immer besser fort als auf dem Lande." Telemach eilt in die Stadt,  lehnt seine Lanze an eine Säule des Eingangs und betritt den Palast.

Wiens begehrtester Klavierspieler ist Amadé. Mehr als 500 Gulden bringt er oft nach Hause - oder zu den Gläubigern, die auf die Einlösung der Wechsel warten. Das ist allemal mehr, als er während eines ganzen Jahres im Dienst des Fürsterzbischofs in Salzburg ver­diente. Sein Gesamteinkommen in diesem Erfolgsjahr 1785 beläuft sich unter Berücksichtigung der Kompositions- und Verlagshonorare sowie der Einkünfte aus den Lektionen auf fast 12.000 Gulden, was das Durchschnittseinkommen eines Wiener Bürgers um das Zwanzigfache übersteigt.
Mozart gehört jetzt zu den Großverdienern und glaubt, es sich leisten zu können, im Spiel der Mächtigen, das "Repräsenta­tion" heißt, mitzumischen - bis zum Exzeß.
Das Mobiliar wird erneuert, ein eigener Billardtisch muß her, ein Pferd wird ange­schafft, und täglich kommt der Friseur ins Haus. Zu den Elfenbeinknöpfen, die er in einer Auslage sieht, paßt nur ein eigens dafür geschneiderter roter Rock. Und zu den Bällen erscheint Amadé in immer neuer Aufmachung.
Als wollte er die jahrzehntelange Mißachtung seines Genies rächen, tritt er Hof und Adel in einer eitlen Überheblichkeit entgegen, welche ihm bald Kopf und Kragen - sprich: Ansehen und Geld kosten wird.
Auch in seinen Klavierkonzerten ändert Amadé die Proportionen. Schon in dem Konzert F-Dur KV 459 --> hat sich ein Prinzip abgezeichnet, das er in den Werken KV 466 --> und hier in KV 467 weiterentwickelt: Die nun stärkere Bedeutung des Orchesters zeigt sich sowohl in ausgedehnten Zwischenspielen und Ritornellen als auch in der instrumentalen Bereicherung durch Trompeten und Pauken.
Das im Frühjahr 1785 komponierte Konzert Nr. 21 eröffnet mit einem so eindeutig orchestralen Ritornellthema, dass es dreimal auf verschiedene Weise wiederholt wird: kammermusikalisch, orchestral und kontrapunktisch. Der zweite Satz wirkt trotz, oder gerade wegen seiner Komplexität in Struktur und Metrik einfach und kann als Paradebeispiel Mozartscher Kantabilität gelten. Mit der nahezu durchgehenden Triolenbewegung verleiht Mozart dem Satz seine Gleichmäßigkeit. Wie in keinem anderen Konzert nähert er im Finalsatz die Rondo- der Sonatenhauptsatzform an.

KV 467 1. Allegro maestoso
KV 467 2. Andante
KV 467 3. Allegro vivace assai












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