Dienstag, 3. Januar 2012

14. Oktober

Mozart KV 504 Sinfonie Nr. 38 D-Dur "Prager"

Odyssee 19, 203 - 235


Penelope will den Bettler prüfen, ob er die Wahrheit erzählt.
Er solle ihr sagen, welches Gewand Odysseus trug, wie er aussah, wie sein Gefolge war. Es sei 20 Jahre her, dass der Held auf Kreta landete. Doch soviel er sich erinnere, war sein Kleid zwiefach, purpurn, von langer Wolle, eine goldene Spange daran, die mit doppelten Röhren schloß, vorn war ein prächtiges Stickwerk angebracht, ein Rehlein, das zwischen den Vorderklauen eines Hundes zappelte; unter dem Purpurmantel schaute der feinste schneeweiße Leibrock hervor. Ein bucklichter Herold mit Lockenhaar und braunem Gesichte, namens Eurybates, folgte ihm. Von neuem mußte die Königin weinen, denn alles stimmte.



Mozart - wie Odysseus - geht dem Höhepunkt seines Daseins entgegen ...
Im Januar 1786 wird Sinfonie Nr. 38 D-Dur in Prag uraufgeführt. Dem war der Erfolg der Aufführung der Oper "Le Nozze de Figaro" zuvor in eben dieser Stadt vorangegangen.
Mozart versucht, in der Sinfonie die Idee einer gedanklich-thematischen Einheit zu realisieren, mit der auch der Umstand des fehlenden Menuetts zu erklären ist: Dimensionen und Aussage der drei Sätze machen eine Ergänzung überflüssig. Der Kopfsatz, beginnend mit einer gewichtigen Einleitung, zeichnet sich durch seine Mehrschichtigkeit aus: Oftmals liegen Thema, Kontrapunkt und andere Motive übereinander. Auch das Andante ist geprägt von polyphoner Dichte. Die Verwendung der Sonatenform statt des problemloseren Rondos im Finale, unterstreicht den gewachsenen Anspruch.


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