Dienstag, 3. Januar 2012

20. Oktober

Mozart KV 232 (KV 509 a) "Lieber Freistädtler, lieber Gaulimauli" Kanon 

Odyssee 19, 401 - 431

Eurykleia erkennt Odysseus an der Narbe.
Diese hat er sich einst bei der Jagd auf dem Parnass geholt. König Autolykos, des Odysseus' Großvater mütterlichseits, war nach Ithaka gekommen just in dem Augenblick, als seine Tochter ihm den Enkel gebar. Eurykleia legt das Knäblein seinem Großvater auf den Schoß und bittet um einen Namen.
Autolykos:
"Liebe Kinder, gebt ihm den Namen, den ich euch sage.
Vielen Männern und Weibern auf lebenschenkender Erde
Zürnend, komm' ich zu euch in Ithakas fruchtbares Eiland.
Darum soll das Knäblein Odysseus, der Zürnende, heißen.
Wann er mich einst als Jüngling im mütterlichen Palaste
Am Parnassos besucht, wo ich meine Güter beherrsche;
Will ihn reichlich beschenkt und fröhlich wieder entlassen."
Als Odysseus dann später seinen Großvater besucht, gehen sie nach einem festlichen Mahl tags darauf zur Jagd auf die Parnass-Berge. 



Während der Enkel von König Autolykos mit dem Namen Odysseus lebt, muss der Schüler Amadés Franz Jacob Freystädtler seit dem gemeinsamen Pragaufenthalt Anfang 1787 mit dem Spitznamen Gaulimauli leben. Für ihn, der zu seinem Wiener Freundeskreis zählt, komponiert Mozart das Lied KV 232 1787 in Wien. Im Verlauf des vierstimmigen Kanons erhält Freystädtler mit "Stachelschwein" noch einen dritten Namen, unter dem er in zu dieser Zeit in dem von Mozart geplanten Lustspiel "Der Salzburger Lump in Wien" (KV 509b) mitwirken sollte.

KV 232

Lieber Freistädtler, lieber Gaulimauli

Lieber Stachelschwein, wo gehn sie hin?
Etwa zum Finto oder zum Scultetti?
Ha, wohin, wohin?
Zum Scultetti, zum Finto, zum Finto, zum Scultetti?
Ei, zu kein'm von beiden,
nein, sondern zum Kitscha geht der Herr von Lilienfeld
und nicht der Freistädtler, nein, auch nicht der Gaulimauli,
weder der Stachelschwein, sondern der Herr von Lilienfeld.


"Gaulimauli" heißt ein Buch von Cornelia Boese, Deutschlands bekanntester Souffleuse, die ihre Einfälle im roten Paddelboot auf dem Main zwischen Würzburg und Randersacker, oder im engen Souffleusen-Kasten, halb unter der Bühne des Mainfranken Theaters, hat. Es geht um Mozart. Gereimt, satirisch aber nicht bissig, springt sie mit Amadé um.
Mozart auf der Reise nach Prag liest sich bei Boese so:
Mozart bewundert die Natur;
Als Stadtmensch kennt er Bäume nur
aus Pappmaché wie im Theater
und Wald nur wie im Würstl-Prater
wo kaum Getier mehr fleucht und kriecht
weil's da nach Bratensoße riecht












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