Dienstag, 3. Januar 2012

22. Oktober

Mozart KV 512 "Alcandro, lo confesso" - "Non so, d’onde viene" Rezitativ und Arie für Bass

Odyssee 18, 462 - 490


Prunkstück für Odysseus und einen Bass:

Non so d'onde viene
Quel tenero affetto,
Quel moto che ignoto...




Eurydike ist ebenfalls in ihren Gefühlen zwiespältig, als sie des Bettlers Füße wäscht.
KV 294--> "Alcandro, lo confesso" - "Non so, d’onde viene" aus Metastasios Olimpiade (Akt III, Szene 6) entsteht im Februar 1778. Das Stück ist ursprünglich für den Tenor Anton Raaff gedacht, durch den Mozart wohl auch das Vorbild, die Vertonung Johann Christian Bachs, kennengelernt hat. Da sich die reich verzierte Arie jedoch weniger für den Tenor eignete, entschließt Amadé sich, "diese aria für die Weberin zu machen." Am 12. März 1778 singt Aloysia Weber die Arie in einer Akademie bei Cannabich, großer Beifall wird ihr zuteil. Mozart selbst bezeichnet die Arie als die beste, die Aloysia Weber habe, sie passe ihr wie ein "Kleid auf den Leib".
Eurykleia erkennt Odysseus an der Narbe vom Eber.
Sowie die Schaffnerin mit der flachen Hand über die Stelle fährt, lässt sie vor Freude und Schrecken das Bein in die Wanne gleiten, dass es klappert und das Wasser hoch auf spritzt. Atem und Stimme stocken ihr, ihr Auge füllt sich mit Tränen. 
"Odysseus, mein Sohn, wahrlich, du bist es, ich habe es mit den Händen gefühlt"
Aber Odysseus drückt ihr die Kehle zu und flüstert:
"Mütterchen, willst du mich verderben? Es stimmt, aber noch darf es kein Mensch im Palast wissen! Schweig oder dich erwartet dasselbe Schicksal wie die gottlosen Mägde!"


KV 512, die zweite Vertonung dieses Textes, schreibt Mozart im März 1787 für den Bass Ludwig Karl Fischer. Trotz unleugbarer Unterschiede ähnelt die Vertonung der ersten in Gestus und Formgestaltung; z. B. führt der B-Teil der Arie wie in KV 294 nicht zur Tonika zurück, sondern zur Dominante, es gibt zahlreiche Generalpausen und Mozart erneuert die Melodieführung ständig.
Amadé beweist einmal mehr seine Flexibilität:
Die fast zehn Jahre zuvor in der Arie für die Aloysia Weber, seine damalige Angebetete und spätere Schwägerin, verwendete Arie für Sopran vertonte er nun als dramatische Baßarie. Kurz zuvor ist Ludwig Karl Fischer aus dem Wiener Ensemble entlassen worden, nun braucht er Paradestücke, mit denen er sich bei Konzerten profilieren und neuen Auftraggebern empfehlen kann. Die scharfen Kontraste in Tempo, Harmonik und Rhythmik, sind ganz den speziellen Wünschen und Bedürfnissen des Interpreten und Auftraggebers geschuldet.



Text siehe 4. Mai -->












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