Dienstag, 3. Januar 2012

29. Oktober

Mozart KV 527 Don Giovanni - Ouvertüre

Odyssee 20, 102 - 133

Odysseus' Gebet wird erhört: Zeus lässt es donnern.
In der nahen Mühle des Palastes hält eine Müllerin still, die die ganze Nacht hindurch gemahlen, blickt zum Himmel empor und ruft.
"Wie doch Zeus donnert, und ist weit und breit kein Gewölk zu sehen! Er hat wohl irgendeinem Sterblichen ein Zeichen gewährt! O Vater der Götter und Menschen, möchtest du auch meinen Wunsch erfüllen und die verfluchten Freier vertilgen, die mich Tag und Nacht in der Mühle das Mehl zu ihren Schmäusen bereiten lassen!"
Odysseus freut sich der guten Vorbedeutung.
Im Palst wird es allmählich laut, die Mägde zünden das Feuer an; Telemach ruft die Pflegerin:
"Mütterchen, habt ihr den Gast auch mit Speise und Lager geehrt, oder liegt er unbeachtet da? Die Mutter scheint mir ganz die Besinnung verloren zu haben, dass sie den schlechten Freiern soviel Ehre erweist und den besseren Mann ungeehrt läßt!"


Il dissoloto punito - hätte er nur auf das Donnern von Zeus gehört!
Prag hat seinen Figaro bejubelt, nun komponiert Mozart für die dortige Oper
Il dissoluto punito ossia il Don Giovnanni , (Der bestrafte Wüstling oder Don Giovanni), Dramma giocoso in due atti.
Der aus der volkstümlichen Überlieferung stammende Stoff vom spanischen Verführer Don Juan gehört im 17. und 18. Jahrhundert zum Repertoire der Schauspielbühnen. Mozarts Textbuch schreibt Lorenzo da Ponte nach der Vorlage "Il Convitato di pietra" von Giovanni Bertati. Amadés Oper vereint Elemente der Opera seria und der Opera buffa.
Mittelpunkt der Oper ist der Verführer Don Giovanni. Um ihn scharen sich adlige Charaktere mit Koloratur-Arien und Buffo-Partien. Außerhalb dieses Kreises steht der Komtur, der Richter des Verführers. Die wichtigste Tonart ist d-Moll, die zum Ausdruck der Rache benutzt wird, z. B. in der Arie "Fuggi crudele, fuggi" der Donna Anna, wenn der Komtur beim Mahl erscheint oder beim Strafgericht. Ihr Gegenpol ist D-Dur, das in vermeintlich lustigen Situationen wie der Registerarie des Leporello, aber auch in der erhabenen Schlussszene erklingt.
Mozart arbeitet - wie immer - unter großem Zeitdruck und vollendet die Ouvertüre erst am Vorabend der Uraufführung: genau heute (2011) vor 224 Jahren!
Klingt die Musik nicht wie gestern von nebenan?

KV 527 Ouvertura



PS
Mozarts Mitstreiter während der Proben zum Prager "Don Giovanni" ist -neben Librettist da Ponte - übrigens Giacomo Casanova: Chevalier de Seingalt, Staatsmann, Militär. Philosoph. Wunderarzt, Alchimist und Musiker von Merkurs, Mars und Amors Gnaden; Überwinder der Bleikammern Venedigs und der Herzen von vieltausend Frauen, kurz: Don Giovanni. die fleischgewordene Legende.
Verlagsgeschäfte führen Casanova nach Prag: und da er hier auf seinen langjährigen Freund da Ponte und den vielgerühmten Musiker Mozart stößt, lässt er es sich nicht nehmen, bei der Partie "Don Giovanni" mitzumischen. Er schreibt sogar selbst einen Text zum Sextett im zweiten Akt, der jedoch keinen Eingang in die Endfassung der Oper findet.














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