Dienstag, 3. Januar 2012

4. Oktober

Mozart KV 496 Klaviertrio G-Dur

Odyssee 18, 311 - 342

Odysseus gesellt sich zu den Mägden, schickt sie zu ihrer Herrin, die Spindel zu drehen und Wolle zu kämmen. Für das Feuer im Saale will er sorgen.
Die Mägde sehen einander an und lachen laut auf.
Melantho, welche Penelope wie ein Kind aufzog, jetzt die Geleibte von Eurymachos:
"Du elender Bettler, du bist ein rechter Narr, sprichst du im Rausche oder schwindelt dir, weil du den Iros besiegt hast?"
"Hündin, ich gehe, deine frechen Worte dem Telemach zu melden, dass er dich in Stücke zerhaue!"
Die Mägde glauben, er meine das ernst, sie fliehen mit bebenden Knien aus dem Saal.


Die mit diesem "Terzett" von 1786 (ein Begriff aus der Vokalmusik), dem Klaviertrio G-dur KV 496  beginnende Werkserie Mozarts wird gegenüber dem Divertimento anspruchsvoller. Er lässt das Violoncello etwas mehr aus seiner rein begleitenden Rolle herausreten, während das Klavier nach wie vor dominiert, wie das ausgedehnte Klaviersolo zu Beginn zeigt. Amadé durchbricht hier das übliche dreisätzige Schema: Statt eines Schlussrondos schreibt er einen Variationssatz, in dessen vierter Variation das Violoncello die melodische Führung übernimmt.
Im Privatleben Mozarts wird des dunkler. Sein drittes - wie sein erstes - Kind ist kurz nach der Geburt gestorben. Das Gefühl, als Komponist unterschätzt zu sein, fördert seine Gereiztheit - hin bis zur Menschenverachtung. Er gerät mehr und mehr ins gesellschaftliche Abseits, muss befürchten, sich selbst an die stets wiederkehrenden Depressionen zu verlieren.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen