Dienstag, 3. Januar 2012

5. Oktober

Mozart KV 497 Sonate zu vier Händen F-dur

Odyssee 18, 343 - 375

Odysseus hängt bei den Feuerschalen im Saal seinen Rachegedanken nach. Eurymachos höhnt ihn:
"Der Mann ist wahrhaftig als eine lebendige Leuchte von einem Gott in diesen Saal geschickt worden: schimmert nicht sein Kahlkopf, auf dem auch kein einziges Härchen mehr zu erblicken ist, gerade wie eine Fackel? Hör, Bursche, hättest du nicht Lust, dich mir zum Knechte zu verdingen, mir auf meinen Gütern die Dornzäune zu flechten und Bäume zu pflanzen? Aber du bettelst lieber und füllst dir deinen Bauch mit Almosen, was keinen Schweiß kostet."
"Eurymachos, ich wollte, es wäre Frühling und wir mähten miteinander in die Wette Gras auf der Wiese; du hieltest die Sense und ich hielte sie und beide müßten wir nüchtern bis spät in die Nacht arbeiten: es sollte sich zeigen, wer es länger aushielte! Oder ich wollte, wir ständen beide an der Pflugschar: du solltest sehen, wie ich die Furche in einem Zuge durchschnitte!"


Wegen der zu Mozarts Zeiten kürzeren Tasten, war vierhändiges Klavierspiel eine Seltenheit. Die Geschwister Mozart hatten es auf ihren frühen Konzertreisen mit dem Vater verstanden, bevorteilt durch ihre Kinderhände, publikumswirksam als Duo an einem Instrument aufzutreten. So hat Amadé in dieser Gattung schon als Kind Erfahrung gesammelt, er kultiviert sie später als Pionier.
Die Sonate KV 497 ist - wie auch die vierhändige C-Dur Sonate KV 521 - für das Zusammenspiel mit Mozarts Wiener Schülerinnen bestimmt und entsteht 1786. Die langsame Einleitung des 1. Satzes ist damals für Klavierwerke unüblich und eher in Sinfonien zu finden. Auch das in dieser Zeit bei Mozart vermehrte Aufkommen polyphoner Techniken, inspiriert durch Händel und J. S. Bach, fällt auf und weist diese Sonate als gleichwertiges Pendant zu seinen zweihändigen Werken aus.













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