Dienstag, 3. Januar 2012

9. Oktober

Mozart KV 499 Streichquartett (Nr. 20) D-Dur "Hoffmeister-Quartett"

Odyssee 19, 35 - 74

Telemach und Odysseus bringen die Waffen fort.
Telemach wundert sich über die Helligkeit im Schloss:
"Wie schimmern die Wände des Hauses! Wie deutlich sehe ich jede Vertiefung, jeden Fichtenbalken, jede Säule, und alles leuchtet wie Feuer! Fürwahr, es muß ein Gott bei uns sein, ein Himmelsbewohner!"
Odysseus beruhigt seinen Sohn und schickt ihn ins Bett.
Penelope kommt, stellt ihren mit Silber und Elfenbein ausgelegten Sessel zum Feuer. Dann kommen die Mägde, räumen Brot und Becher von den Tischen. Melantho fährt Odysseus/den Bettler an: 
"Fremdling, du wirst doch nicht die Nacht über dableiben und im Palaste herumlungern wollen? Geh auf der Stelle aus der Türe hinaus, wenn nicht dieser brennende Scheit dich treffen soll!"



Odysseus:
"Unbegreifliche, warum bist du so erbittert auf mich? Weil ich in Lumpen gehe und bettle? Ist das nicht das gemeinsame Schicksal aller Umherirrenden?"

Das Quartett in D-Dur KV 499 stellt eine Art Brücke dar zwischen den Haydn-Quartetten, deren Einfluss noch deutlich spürbar ist, und der späteren Kammermusik, auf deren reifere und individuelle Kompositionsweise es sich bereits zubewegt. (Das folgende Quartett KV 575 setzt Amadé ebenfalls in D-Dur, weswegen der Titel Hoffmeister-Quartett zur Unterscheidung geläufig wurde - in der Erstausgabe erscheint es im Verlag unter diesem Namen.)
Im August des Jahres 1786 findet sich im eigenen "Verzeichnüß" Mozarts der Eintrag für Nr. 499.
Mozart hatte für den Verleger Hoffmeister drei Klavierquartette schreiben sollen, von denen aber nur eines, das in g-moll KV 478-->, bei ihm erscheint. Hoffmeister tut alles, um aus dem Kontrakt mit Mozart herauszukommen, denn er fürchtet um den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens. Zu neu ist die Gattung »Klavierquartett«, zudem hatte Mozart seinen Verleger mit dem g-moll-Quartett mit einem technisch wie musikalisch höchst anspruchsvollen Werk bedient (das dritte Klavierquartett hat Mozart nicht mehr geschrieben).
Der Kopfsatz ist ein Allegretto im Allabrevetakt, »einthematig« zwar, aber mit einer Fülle motivischer Verwandlungen und Durchführungen, Imitationen und kontrapunktischen Verarbeitungen. Ein »Gegenthema« entsteht erst gegen Ende der Exposition in einer unscheinbaren, staccato zu spielenden Achtel-Figuration, ein Motiv, das zum tragenden Element der Durchführung wird und dort wechselweise in dem einen oder anderen Instrument stets präsent bleibt. Auch in der Coda greift es Amadé wieder auf und kombiniert es mit Elementen des Hauptthemas.
An zweiter Stelle steht ein klangvolles, in seiner Thematik zunächst volkstümlich wirkendes Menuett, in dessen zweitem Teil es aber zu kunstvollen Imitationsbildungen kommt.
Das Trio in d-moll ist in seiner Melodiebildung von Triolen bestimmt, formal ein ebenso anspruchsvolles Gebilde wie das Menuett.
Als dritten Satz schreibt Mozart ein Adagio in G-dur, in seiner »sprechenden« Dynamik ein höchst ausdrucksvoller und klangschöner Satz voller melodischem Reichtum und einer Fülle von Durchfiihrungselementen.
Der Schlußsatz ist wiederum ein Sonatensatz, dessen dahineilendes Hauptthema und die daraus abgespaltenen Motive entfernt an die Figaro-Ouvertüre --> erinnern.

KV 499 1. Alegretto 1
KV 499 1. Alegretto 2

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen