Dienstag, 3. Januar 2012

10. November

Mozart KV 536 Sechs deutsche Tänze

Odyssee 21, 66 - 97

Penelope spricht zu den Freiern.
"Wohlan, ihr Freier, wer mich erwerben will, der gürte sich, es gilt jetzt einen Wettkampf! Hier ist der große Bogen meines erhabenen Gemahls: Wer ihn am leichtesten spannt und durch die Löcher von 12 hintereinanderaufgestellten Äxten schießt, dem will ich folgen als seine Gemahlin, will diesen Palast meines ersten Gatten mit ihm verlassen."                    
Sie befiehlt dem Sauhirten, den Freiern Bogen und Pfeile vorzulegen. Weinend empfängt Eumaios die Waffen aus der Lade, breitet sie vor den Kämpfern aus; und auch der Rinderhirt weint.
Das ärgert Antinoos.
"Dumme Bauern, was macht ihr mit euren Tränen unserer Königin das Herz schwer! Sättigt euch beim Mahle, oder weinet vor der Türe draußen! Wir aber, ihr Freier, wollen uns an den schweren Wettstreit machen; denn diesen Bogen da zu spannen dünkt mich gar nichts Leichtes. Unter uns allen ist kein Mann wie Odysseus; ich erinnere mich seiner noch wohl, obgleich ich damals noch ein kleiner Knabe war."
In seinem Herzen aber denkt Antinoos nur an sich, wie er die Bogensehne  spannt und den Pfeil durch die Äxte hindurchfliegen sieht.



Der Showdown läuft: Die Freier scharen sich um den Bogen, die Tänzer tanzen ...
Die 6 Deutschen Tänze KV 536 schreibt Mozart am 27. Januar 1788. Die Blasinstrumente machen den Reiz der Musik aus. In Nr. 1 überträgt Amadée einfach den Anfang seines Kontretanzes La Batille, KV 535 --> in den 3/4-Takt - der Tanz selbst geht wahrscheinlich auf eine Volkslied oder einen populären Marsch zurück.
Die Verzierungen im 2. Teil des Trios sind alpenländischer Herkunft, und das Trio beruht - wie KV 606 - auf einem Tiroler Volkslied. Nr 5 steht dem Rhythmus böhmischer Volksmusik nahe. Einen würdevollen Abschluss bildet Nr. 6: Chromatische Melodien und Opernanspielungen (z. B. Zitate aus Figaro) lässt Mozart erklingen. Und er neben sich selbst auch Sarti:
Eine Melodie aus dessen komischer Oper Fra due litiganti il terzo gode, die Mozart auch als Bläsermusik in der Tafelszene im Finale von Don Giovanni bringt ...








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