Dienstag, 3. Januar 2012

13. November

Mozart KV 539 Ein deutsches Kreigslied "Ich möchte wohl der Kaiser sein"

Odyssee 21, 163 - 198

Die Freier versuchen den Bogen zu spannen.
Antinoos gebietet dem Rinderhirten Melanthios, Feuer zu machen und Talg zu holen, um den ausgedörrten Bogen zu wärmen und zu schmieren, vergebens. Zuletzt sind nur noch Antinoos und Eurymachos übrig.
Draußen begegnen sich Rinder- und Sauhirt. Odysseus/der Bettler folgt ihnen, er fragt sie leise und vertraulich:
"Ihr Freunde, ich möchte wohl ein Wort mit euch reden, wenn ich mich auf euch verlassen kann; sonst schwiege ich lieber. Wie wär es, wenn den Odysseus jetzt plötzlich ein Gott aus der Fremde zurückführte? Würdet ihr die Freier verteidigen oder ihn? Redet unverhohlen, ganz wie es euch ums Herz ist."
              

Grigori Alexandrowitsch Potjomkin und Sultan Abdülhamid I.
Damals alles wie heute auf dem Balkan:
Auf der Krim war ein formell unabhängiger Krimtartarenstaat gegründet worden. 1782 drängt der politisch einflussreiche Günstling Potjomkin Zarin Katharina II. mit Erfolg, die Krim zu besetzen. Als Vorwand dienen Familienstreitigkeiten in der Familie der Khane. Der von Russland unterstützte Khan trat die Krim an die Zarin ab. Für einen Krieg war das osmanische Reich zu schwach, zumal es auch mit einem Kriegseintritt Österreichs rechnen musste. Die Annexion wurde 1784 anerkannt. Potjomkin begann unmittelbar danach mit der Gründung des Kriegshafens Sewastopol und anderer Städte.
In einer prunkvollen Reise begeben sich Zarin, Hofgesellschaft und ausländische Gesandte 1787 selbst an die Krim (- im Laufe der Reise entstanden die Potjomkinschen Dörfer!). Dort trifft Katharina mit dem inkognito angereisten Joseph II. zusammen, sie vereinbaren einen gemeinsamen Krieg gegen das Osmanische Reich. Die internationale Lage scheint günstig, weil - nach dem Tod Friedrichs II. - von Preußen keine Störung erwartet wird. Sie haben aber die Lage falsch eingeschätzt: 1787 beginnt das osmansiche Reich einen Präventivkrieg, dann wird die russische Flotte durch Sturm außer Gefecht gesetzt, Kriegserklärung Schwedens, Bündnis Preußen mit dem osmanischen Reich, das hochgesteckt Kriegsziel, das osmanische Reich zu zerschlagen, wird verfehlt.
 
Ein bekannter Wiener Komiker, Friedrich Baumann vom Leopoldstädter Theater in Wien, trägt das Lied "Ich möchte wohl der Kaiser sein" vor - zu Beginn dieses Kriegs  von Johann Wilhelm Ludwig Gleim geschrieben. Und am 19. März 1788 ist in der Wiener Zeitung angezeigt, dass sowohl die Stimmen wie der Klavierauszug zu haben sind in der Lauschschen Musicalienhandlung Kärntner Straße: Neues Kriegslied eines deutschen Soldaten des Herrn Kapellmeisters Mozart in wirkl. Diensten Sr. Majestät des Kaisers. 

KV 539

Ich möchte wohl der Kaiser sein! 
Den Orient wollt ich erschüttern,
Die Muselmänner müssten zittern,
Constantinopel wäre mein!
Ich möchte wohl der Kaiser sein!

Ich möchte wohl der Kaiser sein!
Athen und Sparta sollten werden
Wie Rom die Königin der Erden,
Das Alte sollte sich erneun,
Ich möchte wohl der Kaiser sein!

Ich möchte wohl der Kaiser sein!
Die besten Dichter wollt ich dingen,
Der Helden Taten zu besingen,
Die goldnen Zeiten führt ich ein!
Ich möchte wohl der Kaiser sein!

Ich möchte wohl der Kaiser sein!
Weil aber Joseph meinen Willen
Bei seinem Leben will erfüllen
Und sich darauf die Weisen freun,
So mag er immer Kaiser sein!


I'd like to be the Emperor.
I'd shake the Orient:
the Mussulmans would have to tremble;
Constantinople would be mine;
I'd like to be the Emperor.


I'd would like to be the Emperor.
Athens and Sparta would become
like Rome, the queen of the earth;
antiquity would be renewed.
I'd would like to be the Emperor.


I'd like to be the Emperor.
I'd engage the best poets
to celebrate the deeds of heroes;
I'd establish the Golden Age.
I'd like to be the Emperor.


I'd like to be the Emperor.
But since Joeseph in his lifetime
means to carry out my wishes
and thereby please wise men,
may he remain Emperor for ever!






















                                                                         .

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen