Dienstag, 3. Januar 2012

1. Dezember

Mozart KV 560 Kanon "O du eselhafter Peierl"

Odyssee 22, 330 - 360

Und weiter geht der Kampf mit den Freiern.
Der Sänger Phemios, die Harfe in den Händen, überlegt in Todesangst, ob er sich durch das Pförtchen retten oder die Knie des Odysseus umfassen soll. Er wirft sich vor Odysseus nieder.
"Erbarme dich meiner! Du selbst bereutest es, wenn du den Sänger erschlagen hättest, der Götter und Menschen mit seinem Lied erfreut. Ich bin der Lehrling eines Gottes, und wie einen Gott will ich dich im Gesange feiern! Dein Sohn kann es mir bezeugen, daß ich nicht freiwillig hierherkam, daß sie mich gezwungen haben, zu singen!"
Odysseus hebt das Schwert - und zögert.
Telemach springt herzu:
"Halt, Vater, verwunde mir diesen nicht, er ist unschuldig; auch den Herold Medon, wenn er nicht schon von den Hirten oder dir ermordet ist, laß uns verschonen; er hat mich schon als Kind im Hause so sorglich gepflegt und wollte uns immer wohl."





Für Johann Nepumuk Peierl, der in die Falle gelaufen und singt, was ihm Mozart mit der Komposition von KV 559 --> vorschreibt, folgt das Lob: O du eselhafter Pleierl - auf der Rückseite desselben Blatts. Auch Philip („Liperl“) Jacob Martin ist Trink- und Kegelfreund, mit beiden treibt er gern derbe Späße - daher sind 'Peierl' und 'Martin' austauschbar.


KV 560a

O du esehafter Peierl
O du Peierlischer Esel!
Du bist so faul
Als wie ein Gaul
Der weder Kopf noch Haxen hat.
Mit dir ist gar nichts anzufangen, 
Ich seh doch noch am Galgen hangen.
Du dummer Gaul, 
Du bist so faul
Du dummer Peierl
Du bist so faul
Als wie ein Gaul.

O lieber Freund, ich bitte dich,
O leck mich doch geschwind im Arsch!
Den Arsch petschier ich dir.
Peierl! Nepomuk! Peierl! verzeihe mir!


O du eselhafter Martin ...




petschieren = versiegeln, zusiegeln.
Im übertragenen Sinn = blamieren, 
oder geschlechtlich verkehren ("Josefine Mutzenbacher")




















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