Dienstag, 3. Januar 2012

10. Dezember

Mozart KV 575 Quartett Nr. 21 D-Dur "1. Preußisches"

Odyssee 23,  141 - 172

Odysseus organisiert, wie es nach dem Freiermord weiter gehen soll.

Bald ertönt das ganze Haus von Harfenspiel, Gesang und Tanz. Draußen glauben alle, Penelope habe sich einem Freier vermählt. Athene macht Odysseus wieder schöner, er setzt sich zu Penelope.
"Seltsame Frau, die Götter haben dir doch ein fühlloses Herz verliehen; kein anderes Weib wird so hartnäckig ihren Gatten verleugnen, wenn er im zwanzigsten Jahre nach so viel Trübsal heimkehrt. So wende ich mich denn an dich, Eurykleia, Mütterchen, daß du mir irgendwo mein Lager bereitest; denn diese hier hat ein eisernes Herz in der Brust!"




Mozart ist auf einem ähnlichen seelischen Tiefpunkt wie Odysseus.
Im April 1789 steht der Reisewagen seines Schülers und Logenbruders Fürst Karl Lichnowsky vor seiner Tür. Er soll ihn nach Berlin begleiten, man versichert ihm, Friedrich der Große interessiere sich für ihn, was Amadé allerdings wenig kümmert. 
Über Prag geht die Reise nach Dresden, wo er bei Hofe sein Klavierkonzert in D-Dur (KV 537 -->) zum besten gibt. Dort interessiert sich nur die Kurfürstin für ihn, nach einer Woche reist Wilhelm Hässler aus Erfurt an, um "dem großen Mozart zu zeigen, dass letzterer, so stark er auf dem Piano ist, doch nicht Orgel spielen könne."
Mozarts Fazit über Hässler: er hat nur Harmonie und Modulationen vom alten Sebastian Bach auswendig gelernt, und ist nicht im Stande eine fuge ordentlich auszuführen - und hat kein solides Spiel.
In Leipzig greift Amadé zum erstenmal in die Tasten jener Orgel, von welcher aus der große Bach seine unsterbliche Musik in die Welt hinausklingen ließ.
Nachdem er vier Staunden gespielt hat, setzt er sich nachmal ans Klavier und phantasiert vom dunklen Mollthema (KV 475 -->) zum strahlenden Es-Dur seiner frühen Variationen (KV 354 -->).
In Berlin muss er eine Woche auf Audienz bei Hofe warten. Von dort kommt er ohne Geld, aber mit dem Auftrag des Preußenkönigs für je 6 Klaviersonaten und 6 Quartette in der Tasche zurück.
Er beginnt sofort mit der Arbeit - die finanziellen Nöte  der Mozarts steigen dennoch stets weiter.

Im Juni hat er das "1. Preußische Quartett" fertig. Dass er sich dem Instrument des Königs - dem Cello - besonders zuwenden soll, ist für Mozart besondere Herausforderung, das Cello ist im Quartett normalerweise nicht das stimmführende, sondern das Bassinstrument.
In KV 575 bedenkt Mozart es am meisten, ganz  besonders  kommt es im Trio des Menuetts zur Geltung. Und im Finale wechselt Mozart in der Stimmführung durch die Instrumente hindurch, was für die die harmonische Fortschreitung absolut ungewöhnlich ist.
Eine der herrlichsten Mozart-Modelodie erklingt im Andante, sie ist schon angeklungen im Lied vom Veilchen (KV 476 -->)...


KV 575 1. Allegretto
KV 575 2. Andante
KV 575 3. Menuetto. Allegretto
KV 575 4. Allegretto 






















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