Dienstag, 3. Januar 2012

15. Dezember

Mozart KV 594 Adagio und Allegro für eine Orgelwalze

Odyssee 23, 310 - 341

Odysseus erzählt Penelope seine Odyssee.
Von den Kikonen, Lotesessern, vom Kyklopen, von Aiolos, von den Läystrygonen, von Kirke und vom Hades, von den Sirenen, von Charybdis und Skylla, wie seine Gefährten die Rinder des Helios erschlugen, von Kalypso und den Phäaken.   




Im Dezember 1790 - er hat mit dem Werk im Oktober auf seiner  Frankfurtreise begonnen - komponiert Amadé für das "Kunstcabinet" des Grafen Joseph Deym das Adagio und Allegro für eine mechanische Walze in einem Musikautomaten in einer Art Mausoleum, das Deym im Gedenken an den im Juli 1790 gestorbenen Feldmarschall Gideon Freiherr von Laudon --> einrichtet. Mozart umrahmt mit zwei trauerzugartigen Adagioteilen den schnellen Mittelsatz, der durch einen Wechsel des Tongeschlechts nach Dur und betonte Rhythmik kontrastiert und an die Taten des verstorbenen Kriegshelden erinnern soll. Bekanntheit erlangt das Werk vor allem durch verschiedene Klavierfassungen.
Die Musikautomaten sind Kunstwerke der Feinmechanik, dem Komponisten fällt die Rolle zu, den Instrumenten tönendes Leben einzuhauchen, indem er Musikstücke bearbeitet oder Originalkompositionen schafft. Graf Deym, der sich Joseph Müller nennt, ist immer auf der Suche nach neuen Attraktionen für sein Kunstkabinett und findet in Mozart einen solchen Komponisten. Dass diesem die Komposition nicht leicht fällt, er es nur des Geldes wegen macht, erklärt der Brief vom 3. Oktober 1790 (an Constanze): "ich habe mir so fest vorgenommen, gleich das Adagio für den Uhrmacher zu schreiben, dann meinem lieben Weibchen etwelche Ducaten in die Hände zu spielen; that es auch - war aber,weil es eine mir sehr verhaßte Arbeit ist, so unglücklich, es nicht zu Ende bringen zu können “ 
Und später: "ja, wenn es eine große Uhr wäre und das Ding wie eine Orgel lautete, da würde es mich freuen; so aber besteht das Werk aus lauter kleinen Pfeifchen, welche hoch und mir zu kindisch lauten" 
Zwar ist Amadé kein grundsätzlicher Gegner mechanischer Musik, doch war ihm die betreffende Spieluhr, die nur Pfeifen mit hohen Tönen hat, zur Wiedergabe seiner Musik nicht geeignet. Beide im Abstand von nur drei Monaten ausgearbeiteten Trauermusiken auf Laudon (KV 594 und KV 608 -->) stellen, sowohl inhaltlich als auch technisch, zwei Varianten über ein Thema dar. Auf Grund der gleichen Tonart, dem fast identischen Tonumfang und der gleichen Spieldauer von 8 Minuten, ist davon auszugehen, dass er KV 594 und 608 für ein und denselben Automaten schreibt. Während die erfolgreiche Verwendung von KV 608 im Laudon-Mausoleum aus zahlreichen zeitgenössischen Berichten hervorgeht, liegt über Bestimmung und Aufführung von KV 594 kein Hinweis vor. Mozart muss für diese beiden Kompositionsaufträge seine musikalischen Vorstellungen sowohl zeitlichen Zwängen als auch einem durch das Orgelwerk vorgegebenen Tonumfang unterordnen, was ihm zuwider gewesen sein dürfte. (Der Musikautomat mit der originalen Walze ist seit 1821 verschollen.)


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