Dienstag, 3. Januar 2012

2. Dezember

Mozart KV 561 Kanon "Bona nox, bist a rechta Ox"

Odyssee 22, 361 - 392

Telemach hat Eurykleia herbeigeholt. 
Sie findet ihren Herrn unter den Leichen wie einen Löwen stehen, der Stiere zerrissen hat, dem der Rachen und die Brust von schwarzem Blute triefen und dessen Auge funkelt.
Frohlockend jauchzt die Schaffnerin, denn der Anblick war groß und fürchterlich.
"Freue dich, Mutter, aber jauchze nicht: kein Sterblicher soll über Erschlagene jubeln! Diese hier hat das Gericht der Götter gefället, nicht ich. Jetzt aber nenne mir die Weiber des Palasts: welche mich verachtet haben, und die, welche treu geblieben sind."




Um ein Haar hätte Eurykleia auch so einen derben Kanon angestimmt im Anblick der Leichen - wie sich doch die Gefühle der Menschen in zwei Jahrtausenden gewandelt haben ... 
Weil er heute zu den beliebtesten Kanons gehört, wird der Text des vierstimmigen Kanons KV 561 Bona nox, in dem Amadé in der Art kindlicher Reimspiele den Gute Nacht-Gruß in verschiedenen Sprachen miteinander vermischt (die derben Redewendungen entnimmt Mozart einem seiner  berühmt-berüchtigten "Bäsle-Briefe" wortgetreu) in den modernen Kanonsammlungen häufig durch jugendfreie Formulierungen ersetzt.


KV 561


Bona nox!
Bist a rechta Ox;
Bona Notte, liebe Lotte;
bonne Nuit, pfui, pfui;
Good Night, good Night, 
heut müßma noch weit;
gut Nacht, gute Nacht,
scheiß ins Bett, daß' kracht;
gute Nacht, gute Nacht,
schlaff fei g'sund
und reck den Arsch zum Mund.




























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