Dienstag, 3. Januar 2012

24. Dezember

Mozart KV 620 Die Zauberflöte

Odyssee 24, 256 - 301


Odysseus hat seinen Vater als Knecht angesprochen.
Er fragt ihn nach seinem Herrn und ob dieses Land wirklich Ithaka sei. Er habe in seiner Heimat vor langer Zeit einen Mann aus Ithaka beherbergt, den Sohn von König Laërtes.
Laërtes, mit Tränen in den Augen:
"Du bist in dem Land, nach welchem du fragst. Aber es wohnen mutwillige, frevelhafte Menschen darin. Der Mann, welchen du suchst, ist nicht mehr da. Wie lang ist es her, dass dein unglücklicher Gastfreund, mein Sohn, dich besucht hat? Denn er ist es gewesen, mein armer Sohn, der jetzt vielleicht irgendwo im tiefen Meeresgrunde liegt oder dessen Fleisch die wilden Tiere und die Raubvögel verzehrt haben. Aber wer und woher bist denn du, wo ist dein Schiff, wo sind deine Genossen? Oder kamst du auf einem gedungenen Fahrzeug als Reisender und bist allein an unserm Ufer ausgestiegen?"



Auch Mozarts Zauberflöte beginnt - völlig untypisch - in einer ähnlichen Situation wie Odysseus' Rückkehr zu seinem Vater. 
Mozarts dialektisiert in der Zauberflöte das humanistische Lebensideal auf zwei Ebenen: der mystisch-vergeistigten und der lebensbezogenen, buffohaften. Auch zuletzt noch verweigert er sich einer Moral, die den Widerspruch von Ideal und Wirklichkeit, von individuellem Anspruch und gesellschaftlicher Verpflichtung aufheben will. Den verherrlichten Idealen von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit stellt er die Realität gegenüber. Die sozialen Unterschiede zwischen den Volksfiguren Papageno/Papagena und den Eingeweihten bleiben erhalten, und Pamina wird an den Rand des Selbstmords getrieben, bevor man sie in die Welt der Männer einlässt.

Die Zauberflöte — Mozarts populärste Oper - gibt auch die größten Rätsel auf.  Was ist das für ein Land, über dem drei Knaben schweben, während im Unterholz eine listige Schlange ihr Unwesen treibt, gar nicht weit entfernt von einem Tempel der Weisheit? Wer ist gut, und wer ist böse? Mozarts Zeitgenossen finden sich in dieser Welt zurecht, sie entdecken im Libretto Hinweise auf die Freimaurerei, auf ihre Vorstellungen vom alten Ägypten und auf die damit verbundene Mysterienkultur. Hintergründe, die in den letzten beiden Jahrhunderten weitgehend in Vergessenheit geraten sind.
Lest "Jan Assmann: Die Zauberflöte" - er bringt uns Oper und Mysterium nahe,
öffnet Augen und Ohren für eine Oper, die wir längst zu kennen glaubten!



KV 620 Wie? wie? wie?
KV 620 Köngin der Nacht
KV 620 Seid uns zum zweiten Mal willkommen












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