Dienstag, 3. Januar 2012

29. Dezember

Mozart KV 621 La Clemenza di Tito

Odyssee 24, 439 - 471

Die Verwandten der Freier sinnen auf Rache.
Da kommen Phemios der Sänger und der Herold Medon.
Medon:
"Männer von Ithaka, was Odysseus vollbracht, das hat er, ich kann es euch beschwören, nicht ohne den Ratschluss der Unsterblichen vollendet. Ich selbst habe den Gott gesehen, der ihm in Mentors Gestalt immer zur Seite war und bald dem Odysseus das Herz kräftigte, bald umhertobend im Saale die Besinnung der Freier zerrüttete. Das Werk dieses Gottes ist es, daß sie sterbend übereinandertaumelten."

Dann ergreift Halitherses das Wort:
"Ihr selbst seid schuld an allem, was geschehen ist. Warum waret ihr so träge, warum habt ihr meinen und Mentors Rat nicht befolgt und habt eure üppigen Söhne nicht im Zaume gehalten, als sie Tag für Tag hingingen, dem abwesenden Manne sein Gut verprassten und unwürdige Forderungen an seine Gemahlin richteten, als käme er nimmermehr zurück?"
Getümmel und Zwiespalt. Die Mehrheit stimmt Medon und Halitherses zu. Die anderen gehen vor die Stadt, machen sich auf, mit Eupeithes an der Spitze, den Tod des Sohnes und der andern Freier zu rächen. 




Der Inhalt von La Clemenza di Tito ist programmatisch für die Krönung eines neue Königs: 
Inmitten bösartiger Intrigen und selbst des Verrates durch seinen Jugendfreund Sesto beharrt der römische Kaiser auf der Herrschertugend der Großmut (lat. clementia „Milde“, ital. clemenza „Großmut“, „Verzeihung“). Musik und Libretto halten durchweg eine hohe emotionale Spannung ohne Ruhepausen der Handlung oder abschweifende Intermezzi aufrecht.
Das Bild des edlen, zur Vergebung bereiten Kaisers soll Leopold II. als Leitbild vor Augen gehalten werden. 
Am 6. September 1791 wird die Oper im Prager Ständetheater uraufgeführt.

KV 621 Ma, che giorno è mai questo?





TITO
Ma che giorno è mai questo? al punto stesso
che assolvo un reo, ne scopro un altro? E quando
troverò, giusti Numi,
un'anima fedel? Congiuran gli astri
cred'io, per obbligarmi a mio dispetto
a diventar crudel. No: non avranno
questo trionfo. A sostener la gara,
già m'impegnò la mia virtù. Vediamo,
se più costante sia
l'altrui perfidia, o la clemenza mia:
Olà: Sesto si sciolga: abbian di nuovo
Lentulo, e suoi seguaci
e vita, e libertà: sia noto a Roma,
ch'io son lo stesso, e ch'io
tutto so, tutti assolvo, e tutto oblio.


No. 26 - Sestetto con coro


SESTO
Tu' e ver, m'assolvi, Augusto;
Ma non m'assolve il core,
Che piangerà l'errore,
Finché memoria avrà.


TITO
Il vero pentimento,
Di cui tu sei capace,
Val più d'una verace
Costante fedeltà.


VITELLIA, SERVILIA, ANNIO
Oh generoso! oh grande!
E chi mai giunse a tanto?
Mi trae dagli occhi il pianto
L'eccelsa tua bontà.


TUTTI e CORO 
Eterni Dei, vegliate
Sui sacri giorni suoi,
A Roma in lui serbate
La sua felicità.


TITO
Troncate, eterni Dei,
Troncate i giorni miei,
Quel dì che il ben di Roma
Mia cura non sarà.



Aber was ist das für ein Tag? Zu gleicher Zeit,
da ich einen Schuldigen freispreche, entdecke ich einen
anderen? Und wann werde ich, gerechte Götter,
eine treue Seele finden? Es verschwören sich die Sterne,
glaube ich, mich wider Willen zu zwingen,
grausam zu werden. Nein: sie werden
diesen Triumph nicht haben. Um den Kampf zu gewinnen,
setzte ich schon meine Tugend ein. Wir werden sehen,
ob die Treulosigkeit der anderen
stärker isl oder meine Güte:
Wohlan: befreit Sextus: von neuem sollen
Lentuis und seine Gefährten
Leben und Freiheit haben: Rom soll erfahren,
dass ich derselbe bin und dass ich
alles weiß, allen vergebe und alles vergesse.


SEXTUS
Es ist wahr, du vergibst mir, Herr, 
Doch mein Herz vergibt mir nicht 
Das bereuen wird den Fehler, 
Solange es Erinnerung hat.


TITUS
Die wahre Reue, 
Derer du fähig bist, 
Gilt mehr als aufrichtige 
Dauerhafte Treue.


VITELLIA, SERVILIA, ANNIUS
Oh, Großmütiger! Oh Großer! 
Und wer gelangte je so hoch? 
Seine erhabene Güte lässt die Tränen 
Aus den Augen fließen.


ALLE
Ewige Götter, wachet 
Über seine heiligen Tage, 
In ihm bewahret 
Das Glück Roms.


TITUS
Beendet, ewige Götter, 
Beendet meine Tage, 
Dann, wenn das Gedeihen Roms 
Nicht mehr meine Sorge sein wird.


ALLE
Ewige Götter, wachet 
Über seine heiligen Tage, 
In ihm bewahret das Glück Roms.












.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen