Dienstag, 3. Januar 2012

31. Dezember


Mozart KV 626 Requiem

Odyssee 24, 514 bis Ende

Odysseus mit seinen Getreuen beim letzten Gefecht.



"Welch ein Tag, ihr Götter", ruft Laërtes, "einen Wettkampf der Tapferkeit beginnen Vater, Sohn und Enkel!"
Die Lanze des Laërtes trifft Eupeithes, durchbohrt die Wange, der Vater des Antinoos rasselt mit seinen Waffen tot in den Staub. Odysseus und Telemach und ihre Genossen wüten mit Schwert und Lanze.
Plötzlich ruft Athene:
"Lasst ab, ihr Ithaker, vom unseligen Kriege!"
Entsetzen ergreift die Herangekommenen, sie fliehen. Odysseus stürzt nach. Doch des Zeus Blitz schlägt in den Boden, Athene selbst bebt zurück.
"Sohn des Laërtes, jetzt lass ab vom Kampf, bezähme dein Herz!"
Athene selbst erneuert zwischen Odysseus und den Häuptern der Stadt den Bund des ewigen Landfriedens. 
Das Paar Penelope/Odysseus verlebt lange glückliche Jahre. Erst in später Zeit erfüllt sich an Odysseus, was ihm einst Tiresias in der Unterwelt von seinen letzten Schicksalen geweissagt hat.



Mozart beendet seine Reise ebenfalls endgültig, und zwar am 5. Dezember 1791. Auf dem Sterbebett arbeitet Amadé am Requiem KV 626. 
Nachdem Don Giovanni und die Freier überwunden sind und Odysseus in Raserei verfällt, rücken die Zurückgebliebenen zum Schußsextett zusammen und geben ihrer Erleichterung Ausdruck, mit dem Leben davongekommen zu sein.


Dies irae?

Lacrimosa-Autograph
Die Arbeit an der "Zauberflöte" ist bereits in vollem Gange, als ein Unbekannter, der es für immer bleiben will, Mozarts Stube betritt, er bringt  den  - auch finanziell - vielversprechenden Auftrag für ein Requiem. Der Überraschte nimmt an und macht sich sofort ans Werk. Er muss die Arbeit daran unterbrechen, Prag braucht für die Krönung von Kaiser Leopold zum König von Böhmen dringend eine Festoper.


Süßmayr muss die unvollendet gebliebenen Nummern ergänzen.
Formal ist das Requiem in der Art einer barocken Kantaten- oder Nummernmesse angelegt. Mozart verwendet als Tonart d-Moll und setzt zwei Bassetthörner ein, was für eine Totenmessen seiner Zeit unüblich war. Vor allem im Kyrie, einer Doppelfuge, und im Introitus arbeitet er mit Material aus Werken von Händel und Michael Haydn.
J. A. Hiller, Leiter des Gewandhausoarchesters und Thomaskantor, überschreibt seine Requiempartitur mit „opus summum viri summi“ (das höchste Werk eines höchsten Mannes).
Das Werk etabliert sich bald überall zur förmlichen "Staatskomposition", Jean Paul rühmt in einem Brief den Gegensatz zwischen "Mozartischen Donnerwolken" und "Nachtigallengesang". Es erklingt bei unzähligen Totenfeiern, etwa für Ludwig van Beethoven, Frédéric Chopin und viele anderen Musiker.
Mozarts Sohn Franz Xaver Wolfgang, geboren im Todesjahr seines Vaters, 1791, Klaviervirtuose, Mitbegründer des Lemberger Musikvereins, leitet am 5. Dezember 1826 eine Aufführung des Requiems aus Anlass des 35. Todestages seines Vaters in der 


                                Lemberger St. Georgs-Kathedrale ...



Mozarts letzte Lebensjahre sind in eine der aufregendsten Zeiten der europäischen Geschichte gefallen: 
Wien ist mehr als jede andere europäische Metropole ein Brennpunkt, in dem die exponiertesten Positionen der rivalisierenden Mächte in Staat und Kirche und deren Protagonisten aufeinander treffen. Mozart ist durch dieses ideen- und geistesgeschichtliche Umfeld weit mehr geprägt als bisher angenommen. Als Mitglied zweier freidenkerischer Logen und in seinen Werken bezieht er zu den aktuellen Ereignissen explizit Stellung.
Vom bereits erwähnten Helmut Perl (-->) stammt auch "Der Fall Mozart". Perl wertet dort eine Vielzahl bislang unbekannter historischer Dokumente aus und setzt sie zu den Daten von Mozarts Biografie in Beziehung. Resultat ist nicht nur ein gänzlich veränderter Blick auf die „Geheimnisse" von Leben und Werk (insbesondere seine letzte Opern), sondern auch ein völlig neues Bild des Komponisten Mozart als gesellschaftlich engagiertem Künstler.

Requiem aeternam dona eis,
Domine,
et lux perpetua luceat eis.
Te decet hymnus,
Deus, in Sion,
et tibi reddetur
votum in Jerusalem.
Exaudi orationem meam,
ad te omnis caro veniet.
Requiem aeternam dona eis,
Domine,
et lux perpetua luceat eis.

KYRIE
Kyrie eleison.
Christe eleison.
Kyrie eleison.

2. Dies irae, dies illa
Solvet saeclum in favilla,
Teste David cum Sibylla.
Quantus tremor est futurus,
Quando judex est venturus
Cuncta stride discussurus.

3. Tuba mirum spargens sonum
Per sepulcra regionum
Coget omnes ante thronum.
Mors stupebit et natura
Cum resurget creatura
Judicanti responsura.
Liber scriptus proferetur
In quo totum continetur,
Unde mundus judicetur.
Judex ergo cum sedebit
Quidquid latet apparebit,
Nil inultum remanebit.
Quid sum miser tunc dicturus,
Quem patronum rogaturus,
Cum vix justus sit securus?

1. REQUIEM
Herr,
gib ihnen die ewige Ruhe,
und das ewige Licht leuchte ihnen.
O Gott,
dir gebührt ein Loblied in Sion,
dir erfülle man
sein Gelübde in Jerusalem.
Erhöre mein Gebet; zu dir kommt alles Fleisch.
Herr,
gib ihnen die ewige Ruhe,
und das ewige Licht leuchte ihnen.

KYRIE
Herr, erbarme dich unser.
Christus, erbarme dich unser.
Herr, erbarme dich unser.



2. Tag der Rache, Tag der Sünden,
Wird das Weltall sich entzünden,
wie Sibyll und David künden.
Welch ein Graus wird sein und Zagen,
Wenn der Richter kommt, mit Fragen
Streng zu prüfen alle Klagen.

3. Laut wird die Posaune klingen,
Durch der Erde Gräber dringen,
alle hin zum Throne zwingen.

Schaudernd sehen Tod und Leben
sich die Kreatur erheben
Rechenschaft dem Herrn zu geben.

Und ein Buch wird aufgeschlagen,
Treu darin ist eingetragen
Jede Schuld aus Erdentagen. 

Sitzt der Richter dann zu richten,
Wird sich das Verborgne lichten;
Nichts kann vor der Strafe flüchten. 

Weh! Was werd ich Armer sagen?
Welchen Anwalt mir erfragen,
Wenn Gerechte selbst verzagen? 


Franz Josef von Wallsegg (1763 - 1827)
Ein Jahr nach dem Tode seines Vaters, des Reichsgrafen Franz von Paula Anton Josef von Wallsegg (die Mutter war schon früher verstorben) heiratet  Franz Josef mit 16 die junge Maria Anna von Flammberg. Die Grafen von Wallsegg residieren auf dem Hohen Markt in Wien, auch in Schottwien und Klamm.
Im südlichen Niederösterreich iegt Schloss Stuppach. Als Graf Franz Josef von Wallsegg 1786 die Nachfolge seines Vaters antritt, übersiedelt er auf Wunsch seiner jungen Gattin von der Burg Klamm nach Schloss Stuppach, wo sie ein repräsentativeres Leben in Form eines eigenen "Hofstaates" zelebrieren.
Franz von Wallsegg, Musikliebhaber und Dilettant, hat in Stuppach eine Gruppe von Musikern um sich gesammelt, mit denen er Konzerte veranstaltet, er dirigiert und komponiert auch selbst. Mit seinen kompositorischen Leistungen aber ist er nicht immer glücklich. Anton Herzog, Lehrer an der Patronatsschule in Klamm, berichtet, dass Franz Werke zeitgenössischer Komponisten kaufte, diese abschrieb und von seinen Musikern den Kompositeur erraten liess.
Oft wurde von diesen, wenn auch mit einem leisen Lächeln, Graf Wallsegg als Tonsetzer bezeichnet ...
Als seine 21-jährige Gattin stirbt und er eine Totenmesse für sie aufführen will, bestellt er annym über Mittelsmänner das berühmte Requiem bei Mozart. Sein großes Haus in Wien verkauft er und lebt zurückgezogen auf Schloss Stuppach, wo er verstirbt; mit seinem Tod erlischt das Geschlecht.
Mozarts Requiem hatte er unter seinem Namen am 14. Dezember 1793 im Neukloster in Wiener Neustadt aufgeführt,  ohne zu wissen, dass es bereits am 2. Januar 1793 im Jahn-Saal in Wien seine Uraufführung erlebt hatte.


Dona eis requiem!






























.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen