Freitag, 20. April 2012

29. Dezember_2.Durchg_2.Aufl

Mozart KV 626 Requiem: Rex tremendae
                                            Recordare
                                            Confutatis  

Odyssee 24, 439 - 471

Die Verwandten der Freier sinnen auf Rache.
Da kommen Phemios der Sänger und der Herold Medon.
Medon:
"Männer von Ithaka, was Odysseus vollbracht, das hat er, ich kann es euch beschwören, nicht ohne den Ratschluss der Unsterblichen vollendet. Ich selbst habe den Gott gesehen, der ihm in Mentors Gestalt immer zur Seite war und bald dem Odysseus das Herz kräftigte, bald umhertobend im Saale die Besinnung der Freier zerrüttete. Das Werk dieses Gottes ist es, daß sie sterbend übereinandertaumelten."

Dann ergreift Halitherses das Wort:
"Ihr selbst seid schuld an allem, was geschehen ist. Warum waret ihr so träge, warum habt ihr meinen und Mentors Rat nicht befolgt und habt eure üppigen Söhne nicht im Zaume gehalten, als sie Tag für Tag hingingen, dem abwesenden Manne sein Gut verprassten und unwürdige Forderungen an seine Gemahlin richteten, als käme er nimmermehr zurück?"
Getümmel und Zwiespalt. Die Mehrheit stimmt Medon und Halitherses zu. Die anderen gehen vor die Stadt, machen sich auf, mit Eupeithes an der Spitze, den Tod des Sohnes und der andern Freier zu rächen. 
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Mozart todkrank. Bis zum 5. Dezember 1791, seinem Todestag, verfasst er den Eröffnungssatz des Introitus (Requiem aeternam) mit allen Orchester- und Vokalstimmen. Vom Kyrie und dem größte Teil der Dies-irae-Sequenz sind die Gesangsstimmen und Bass fertig, und sonst einige wichtige Orchesterpartien  skizziert. Das Lacrimosa bricht im 9. Takt ab. (Vor kurzem wurde eine Skizze für eine Amen-Fuge entdeckt, die offenbar die Sequenz nach dem Lacrimosa beenden sollte). Sanctus, Benedictus und Agnus Dei fehlen.



Seiner Witwe Constanze Mozart ist verständlicherweise daran gelegen, das unvollständige Werk abzuschließen, um die zweite Hälfte der Kaufsumme zu erhalten. Sie beauftragt daher andere Komponisten, meist Schüler oder Kollegen Mozarts. 1792 wird mit der von Süßmayr gefälschten Unterschrift Mozarts das Manuskript dem Boten des anonymen Auftraggebers  übergeben. 




KV 626 4. Rex tremendae
KV 626 5. Recordare
KV 626 6. Confutatis


Franz Josef von Wallsegg (1763 - 1827)
Ein Jahr nach dem Tode seines Vaters, des Reichsgrafen Franz von Paula Anton Josef von Wallsegg (die Mutter war schon früher verstorben) heiratet  Franz Josef mit 16 die junge Maria Anna von Flammberg. Die Grafen von Wallsegg residieren auf dem Hohen Markt in Wien, auch in Schottwien und Klamm.
Im südlichen Niederösterreich iegt Schloss Stuppach. Als Graf Franz Josef von Wallsegg 1786 die Nachfolge seines Vaters antritt, übersiedelt er auf Wunsch seiner jungen Gattin von der Burg Klamm nach Schloss Stuppach, wo sie ein repräsentativeres Leben in Form eines eigenen "Hofstaates" zelebrieren.
Franz von Wallsegg, Musikliebhaber und Dilettant, hat in Stuppach eine Gruppe von Musikern um sich gesammelt, mit denen er Konzerte veranstaltet, er dirigiert und komponiert auch selbst. Mit seinen kompositorischen Leistungen aber ist er nicht immer glücklich. Anton Herzog, Lehrer an der Patronatsschule in Klamm, berichtet, dass Franz Werke zeitgenössischer Komponisten kaufte, diese abschrieb und von seinen Musikern den Kompositeur erraten liess.
Oft wurde von diesen, wenn auch mit einem leisen Lächeln, Graf Wallsegg als Tonsetzer bezeichnet ...
Als seine 21-jährige Gattin stirbt und er eine Totenmesse für sie aufführen will, bestellt er annym über Mittelsmänner das berühmte Requiem bei Mozart. Sein großes Haus in Wien verkauft er und lebt zurückgezogen auf Schloss Stuppach, wo er verstirbt; mit seinem Tod erlischt das Geschlecht.
Mozarts Requiem hatte er unter seinem Namen am 14. Dezember 1793 im Neukloster in Wiener Neustadt aufgeführt,  ohne zu wissen, dass es bereits am 2. Januar 1793 im Jahn-Saal in Wien seine Uraufführung erlebt hatte.


Dona eis requiem!



Rex tremandae maiestatis, 
qui salvandos salvas gratis, 
salva me, fons pietatis.


Recordare Jesu pie, 
Quod sum causa tuae viae, 
Ne me perdas illa die.


Quaerens me sedisti lassus, 
Redemisti crucem passus, 
Tantus labor non sit cassus.


Juste judex ultionis, 
Donum fac remissionis 
Ante diem rationis.


Ingemisco tanquam reus, 
Culpa rubet vultus meus, 
Supplicanti parce, Deus.


Qui Mariam absolvisti 
Et latronem exaudisti, 
Mihi quoque spem dedisti.


Preces meae non sunt dignae, 
Sed tu, bonus, fac benigne, 
Ne perenni cremer igne.


Inter oves locum praesta, 
Et ab haedis me sequestra, 
Statuens in parte dextra


Confutatis maledictis, 
Flammis acribus addictis, 
Voca me cum benedictis.


Oro supplex et acclinis, 
Cor contritum quasi cinis, 
Gere curam mei finis.


König schrecklicher Gewalten,
Frei ist Deiner Gnade Schalten:
Gnadenquell, lass Gnade walten!


Milder Jesus, wollst erwägen,
Dass Du kamest meinetwegen,
Schleudre mir nicht Fluch entgegen.
Bist mich suchend müd gegangen,
Mir zum Heil am Kreuz gehangen,
Mög dies Mühn zum Ziel gelangen.
Richter Du gerechter Rache,
Nachsicht üb in meiner Sache
Eh ich zum Gericht erwache.
Seufzend steh ich schuldbefangen,
Schamrot glühen meine Wangen,
Lass mein Bitten Gnad erlangen.
Hast vergeben einst Marien,
Hast dem Schächer dann verziehen,
Hast auch Hoffnung mir verliehen.
Wenig gilt vor Dir mein Flehen;
Doch aus Gnade lass geschehen,
Dass ich mög der Höll entgehen.
Bei den Schafen gib mir Weide,
Von der Böcke Schar mich scheide,
Stell mich auf die rechte Seite.
Wird die Hölle ohne Schonung
Den Verdammten zur Belohnung,
Ruf mich zu der Sel'gen Wohnung.
Schuldgebeugt zu Dir ich schreie,
Tief zerknirscht in Herzensreue,
Sel’ges Ende mir verleihe.

30. Dezember_2. Durchgang- 2.Aufl_

Mozart KV 626 Requiem: Lacrimosa
                                            Domine Jesu
                                            Hostias

Odyssee 24, 472 - 513

Odysseus und seine Getreuen bereit zum letzten Gefacht. Athene tritt vor Zeus:
"Herr der Götter, willst du die ruhigen Einwohner Ithakas durch Krieg und Zwietracht züchtigen, oder gedenkst du den Streit beider Parteien im Frieden beizulegen?"
Zeus will, dass Odysseus nach seiner Rache König bleibt auf Ithaka. Die Ermordung der Freier solle aus dem Geist getilgt werden, unter allen soll wieder Liebe, Einigkeit und Wohlstand herrschen.


Lacrimosa-Autograph (die durch Süßmayr gefälschte Unterchrift Mozarts fehlt)
KV 626 Lacrimosa


Lacrimosa dies illa, 
Qua resurget ex favilla 
Judicandus homo reus.


Huic ergo parce Deus, 
Pie Jesu Domine, 
Dona eis requiem. 


Domine Jesu Christe! 
Rex gloriae, 
libera animas omnium fidelium defunctorum
de poenis inferni,
et de profundo lacu:
libera eas de ore leonis, 
ne absorbeat eas tartarus, 
ne cadant in obscurum,
sed signifer sanctus Michael 
repraesentet eas in lucem sanctam, 
quam olim Abrahae promisisti 
et semini ejus


Hostias et preces tibi, Domine, 
laudis offerimus;
tu suscipe pro animabus illis, 
quarum hodie memoriam facimus: 
fac eas, Domine, de morte transire ad vitam, 
quam olim Abrahae promisisti 
et semini ejus




Tag der Tränen, Tag der Wehen
Da er vom Grabe wird erstehen 
Um Gericht der Mensch voll Sünden!


Lass ihn, Gott, Erbarmen finden.
Milder Jesus, Herscher du,
Schenk den Toten ew'ge Ruh.


Herr Jesus Christus,
König der Herrlichkeit,
bewahre die Seelen 
aller verstorbenen Gläubigen
vor den Qualen der Hölle
und vor den Tiefen der Unterwelt:
Bewahre vor dem Rachen des Löwen,
dass die Hölle sie nicht verschlinge,
dass sie nicht hinabstürzen in die Finsternis;
oder vielmehr geleite sie Sankt Michael,
der Bannerträger, in das heilige Licht,
dass du einstens dem Abraham verheißen 
und seinen Nachkommen.


Opfergaben und Gebete bringen 
wir zum Lobe dir dar,
nimm sie an für jene Seelen, 
deren wir heute gedenken.
Lass sie, Herr, 
vom Tode hinübergehen zum Leben,
dass du einstens dem Abraham verheißen 
und seinen Nachkommen.

31. Dezember 2. Durchgang_2. Auflage

Mozart KV 626 Requiem : Sanctus
                                             Benedictus
                                             Agnus Dei        

Odyssee 24, 514 bis Ende

Odysseus mit seinen Getreuen beim letzten Gefecht.



"Welch ein Tag, ihr Götter", ruft Laërtes, "einen Wettkampf der Tapferkeit beginnen Vater, Sohn und Enkel!"
Die Lanze des Laërtes trifft Eupeithes, durchbohrt die Wange, der Vater des Antinoos rasselt mit seinen Waffen tot in den Staub. Odysseus und Telemach und ihre Genossen wüten mit Schwert und Lanze.
Plötzlich ruft Athene:
"Lasst ab, ihr Ithaker, vom unseligen Kriege!"
Entsetzen ergreift die Herangekommenen, sie fliehen. Odysseus stürzt nach. Doch des Zeus Blitz schlägt in den Boden, Athene selbst bebt zurück.
"Sohn des Laërtes, jetzt lass ab vom Kampf, bezähme dein Herz!"
Athene selbst erneuert zwischen Odysseus und den Häuptern der Stadt den Bund des ewigen Landfriedens. 
Das Paar Penelope/Odysseus verlebt lange glückliche Jahre. Erst in später Zeit erfüllt sich an Odysseus, was ihm einst Teiresias in der Unterwelt von seinen letzten Schicksalen geweissagt hat.










 
Und auch unser Jahr mit Anmadé geht zu Ende.


Mozarts Lebensjahre fallen in eine der aufregendsten Zeiten der europäischen Geschichte: 
Wien ist mehr als jede andere europäische Metropole der Brennpunkt, in dem die exponiertesten Positionen der rivalisierenden Mächte in Staat und Kirche und deren Protagonisten aufeinander treffen. Mozart ist durch dieses ideen- und geistesgeschichtliche Umfeld weit mehr geprägt als bisher angenommen. 
Als Mitglied zweier freidenkerischer Logen und in seinen Werken bezieht er zu den aktuellen Ereignissen explizit Stellung. In Helmut Perls "Der Fall Mozart" sind eine Vielzahl bislang unbekannter historischer Dokumente ausgewertet und zu Mozarts Biografie in Beziehung gesetzt. Das Resultat ergibt nicht nur einen gänzlich veränderter Blick auf die „Geheimnisse" von Leben und Werk (insbeondere seinen letzte Opern), sondern auch ein völlig neues Bild des Komponisten als gesellschaftlich engagiertem Künstler.










KV 626 Sanctus 
KV 626 Benedictus
KV 626 Agnus Dei




Sanctus, sanctus, sanctus 
Dominus Deus Sabaoth! 
Pleni sunt coeli et terra
gloria tua
Osanna in excelsis


Benedictus qui venit 
in nomine Domini
Osanna in excelsis


Agnus Dei
Agnus Dei, 
qui tollis peccata mundi, 
dona eis requiem
Agnus Dei, qui tollis peccata mundi, 
dona eis requiem sempiternam.





Heilig, heilig, heilig 
ist der Herr Gott Zebaoth! 
Voll sind Himmel und
Erde deiner Ehre! 
Hosanna in der Höhe!

Gesegnet sei, der da kommt im Namen des Herrn! 
Hosanna in der Höhe!

Lamm Gottes, das du trägst die Sünde der Welt, 
schenke ihnen Ruhe
Lamm Gottes, das du trägst die Sünde der Welt, 
schenke ihnen ewige Ruhe